Demographiebericht für den Kreis Viersen

Der demographische Wandel stellt den Kreis Viersen vor große Herausforderungen. Seine Folgen werden sich in vielen Bereichen bemerkbar machen. Zunächst muss jedoch Klarheit darüber geschaffen werden, wie sich die Bevölkerung im Kreis Viersen voraussichtlich entwickeln wird und wo die Auswirkungen am größten sein werden.
Einen ersten Überblick dazu gibt der Demographiebericht 2008 für den Kreis Viersen. Dieser Bericht soll als Basis dienen, wesentliche Veränderungen zu identifizieren und vorausschauende Handlungsansätze zu entwickeln. Weil neben den Bereichen Kinder, Jugend, Familie, Bildung und Senioren auch der Arbeitsmarkt besonders von den demographischen Veränderungen betroffen ist, war die Gesellschaft zur Förderung der Beschäftigung Kreis Viersen (GFB) federführend bei der Erstellung des Demographieberichtes.
Auf 262 Seiten beschäftigt sich der Bericht im ersten Teil mit der bisherigen und künftigen Bevölkerungsentwicklung und analysiert die Wanderungsbewegungen im Kreis Viersen. Im zweiten Teil werden die Auswirkungen des demographischen Wandels in ausgewählten Handlungsfeldern erörtert und erste Handlungsansätze aufgezeigt. Der Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, dazu ist das Thema zu vielschichtig.
Bevölkerungsentwicklung
In allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden mit Ausnahme der Stadt Viersen wurde von 1970 bis 2006 ein Wachstum der Bevölkerung verzeichnet. Dabei lag der geringste Zuwachs mit 15 Prozent in Nettetal, der höchste mit knapp 62 Prozent in der Gemeinde Niederkrüchten. Insgesamt wuchs die Bevölkerungszahl im Kreis Viersen um 18 Prozent. Ein Grund für den Bevölkerungsgewinn ist ein Zuzug von Menschen innerhalb Nordrhein-Westfalens, aus der benachbarten Region aber auch aus dem europäischen und nichteuropäischen Ausland. Diese war Anfang der 90er Jahre am höchsten. Danach gab es mehr Abwanderungen ins europäische Ausland. In den vergangenen Jahren haben vor allem Familien mit Kindern im Kreisgebiet eine neue Heimat gefunden, während nur ein geringer Zuzug in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen zu verzeichnen ist.
Nach einer Prognose des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) wird die Bevölkerungszahl im Kreis Viersen leicht sinken (0,8 Prozent), vor allem bei den unter 50-Jährigen (minus 21 Prozent). Stark anwachsen wird dagegen die Altersgruppe ab 50 Jahre (um rund 35 Prozent).
Vielschichtige Auswirkungen in den Kommunen
Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf kommunaler Ebene sind vielschichtig: Kinder, Jugend und Familie, Mobilität, Senioren, Wirtschaft und Wohnen sind ebenso betroffen wie die Bereiche Arbeit, Bildung, Bürgerschaftliches Engagement und Finanzen Der demographische Wandel wird zu einer wichtigen Querschnittaufgabe der Kommunen, weil die verschiedenen Aufgabenbereiche miteinander verflochten sind. Eine präzise Abstimmung sei deshalb unerlässlich.
In einem ersten Schritt zeigt der Demographiebericht die aktuelle Situation und die zukünftige Entwicklung auf. Dabei geht es beispielsweise um Fragen wie: Müssen neue Altenheime gebaut werden? Wie kann die Pflege organisiert werden? Wie wird sich die Schülerzahl entwickeln? Muss der Wohnungsmarkt auf die Bedürfnisse der älteren Bürger angepasst werden? „In weiteren Schritten sollen dann erste Handlungsansätze und –empfehlungen dargestellt werden. Das gilt natürlich auch für die Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt, das Rentenalter und viele weitere Bereiche.
