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Blauzungenkrankheit

Impfung gegen die Blauzungenkrankheit (BT)

 

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, für die alle Wiederkäuer empfänglich sind. Sie wird durch ein Virus (BTV) verursacht, das durch infizierte Stechmücken (Gnitzen) übertragen wird. Bei dem Virus unterscheidet man verschiedene Serotypen, wobei der Serotyp 4 und 8 bisher am häufigsten aufgetreten ist. Das klinische Krankheitsbild geht mit schmerzhaften Haut- und Schleimhautentzündungen am Kopf, den Geschlechtsorganen, den Zitzen und am Kronsaum der Klauen einher. Neben Leistungseinbußen durch Milchrückgang, Gewichtsverlust und Aborte führen schwere Verlaufsformen auch zu hohen Sterblichkeitsraten (insbesondere bei Schafen). Da die den Erreger übertragenden Gnitzen durch den Wind weiträumig (bis zu 150 km) verbreitet werden können, weist die Blauzungenkrankheit eine starke Ausbreitungstendenz auf.

 

Im September 2015 trat in der Mitte Frankreichs erstmals seit 2010 wieder BTV-8 auf und verbreitete sich über ein großes Gebiet. Bislang wurden 278 Ausbrüche gemeldet. Die Restriktionszonen in Frankreich reichen im Südwesten bis an die deutsche Grenze heran.

Im November 2015 wurde in Österreich nach sieben Jahren wieder BT amtlich festgestellt. Das Virus gehört dem Serotyp 4 an. Ebenfalls im November 2015 wurde in Slowenien ein BTV-4 Ausbruch in unmittelbarer Grenznähe zu Österreich nachgewiesen. Die 150 km-Restriktionszonen reichen derzeit ca. 80 km an die deutsche Grenze im Osten heran. Darüber hinaus wurden insbesondere in Italien Infektionen mit BTV-4 nachgewiesen, jedoch handelt es sich nicht um den gleichen Virustyp wie auf dem Balkan.

Zurzeit ist Deutschland nach wie vor als BT-freie Region anerkannt (seit 15.02.2012). Die in Deutschland im Rahmen des verstärkten BTV-Monitorings Ende 2015 durchgeführten Untersuchungen wurden alle mit negativem Ergebnis abgeschlossen.

Mit aktueller Änderung der EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung vom 03.05.2016 wurde aber vorsorglich die Möglichkeit zur Genehmigung von freiwilligen (vorbeugenden) Schutzimpfungen gegen BT geschaffen.

Dies ist im Kreis Viersen in Form einer Allgemeinverfügung geschehen (siehe unter Downloads).

Die Blauzungenkrankheit lässt sich durch die aktive, serotyp-spezifische Immunisierung empfänglicher Wiederkäuer sicher verhindern. Tierhaltern wird deshalb die freiwillige Impfung ihrer Wiederkäuer angeraten. Die Impfkosten sind dabei jedoch vom Tierhalter selbst zu tragen.

Zurzeit gibt es im Kreis Viersen und ganz Deutschland noch keine "Sperrzonen" (Schutz- und Kontrollzonen). Für Tierhalter innerhalb dieser Zonen gilt grundsätzlich ein Verbringungsverbot ungeimpfter, nicht untersuchter Wiederkäuer. Hieraus ergibt sich vor der Verbringung die Notwendigkeit zu impfen. Darüber hinaus ist insbesondere den Tierhaltern hochgradig empfänglicher Spezies (kleiner Wiederkäuer) die Impfung auch aus Gründen des Tierwohls dringend zu empfehlen.

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