. . . . .

Suche

 

Routenbeschreibung

Routenbeschreibung zum Niersradwanderweg

Die Quelle der Niers liegt in Kuckum auf dem Gebiet der Stadt Erkelenz im Kreis Heinsberg. Hier beginnt der Niersradwanderweg. Ab Mönchengladbach-Wanlo führt die Radroute über die A46 hinweg und dann entlang des östlichen Stadtrands von Mönchengladbach. Hierbei durchquert sie die große Parkanlage von Schloss Wickrath.

Schloss Wickrath

Schloss Wickrath

Schloss Wickrath

Das barocke Wasserschloss entstand zwischen 1746 und 1772. Die umgebenen Wasserflächen bilden eine Krone ab, um die Macht des Reichsgrafen Otto von Quadt zu symbolisieren. Die gepflegte Parkanlage des Schlosses ist 19 Hektar groß. Teile der Schlossanlage dienen der fast 300 Jahre alten Tradition der Pferdezucht.

Der Radweg führt weiter durch das Wetscheweller und Güdderather Bruch, eine ursprüngliche Bruchlandschaft, die größtenteils unter Landschaftsschutz steht. Hier sind Flussabschnitte der Niers bereits naturnah umgestaltet worden. In Mönchengladbach-Odenkirchen lohnt ein Abstecher vom Niersradwanderweg zum Burgturm Odenkirchen. Der Unterbau des Turms entstammt dem 15.Jahrhundert, der Turm selbst ist aus dem Jahr 1734. Der Rest einer früheren Schlossanlage beherbergt heute den Heimatverein Odenkirchen.

Umleitung Saarhof

Im Mönchengladbacher Stadtteil Güdderath im Bereich Saarhof musste der Niers-Radwanderweg wegen massiver Schäden durch Baumwurzeln im Untergrund dauerhaft gesperrt werden. Der Bereich kann aber sehr einfach über eine parallele Route auf gut befestigten Wirtschaftswegen umfahren werden.

Die Beschilderung ist angepasst Die neue Wegeführung ist auf der Karte dargestellt. Dauer der Sperrung: Unbefristet.

Burgturm Odenkirchen

Burgturm Odenkirchen (Quelle: Stadt Mönchengladbach)

Schlachthof Rheydt

ehemaliger Schlachthof (Quelle: Stadt Mönchengladbach)

Weiter geht es durch den Beller Mühlenpark in Richtung Rheydt. Hier führt der Radweg am früheren Schlachthof Rheydt vorbei. Das sanierte ehemalige Industriegebäude beheimatet heute ein Dienstleistungszentrum. Die Strecke führt weiter durch den Zoppenbroicher Wald. Das Haus Zoppenbroich liegt etwas abseits der Route und ist ein Herrensitz. Dieser wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Das jetzige Gebäude stammt aus dem Jahr 1880. Es liegt in einem englischen Park mit zahlreichen Blutbuchen.

Die Radroute folgt der Niers weiter zum imposanten Schloss Rheydt.

 

Schloss Rheydt

Schloss Rheydt

Schloss Rheydt (Quelle: Stadt Mönchengladbach)

Die Wasserburganlage wurde im 16. Jahrhundert zum Schloss im Stil der Renaissance umgebaut. Die Wassergräben sind bis heute ebenso erhalten geblieben wie die vorgelagerte Torburg im italienischen Palazzo-Stil. Das Schloss dient der Unterbringung einer Kunstsammlung des 16. und 17. Jahrhunderts, einer Ausstellung zur Urgeschichte, stadtgeschichtlichen Sammlungen und als Standort für Wechselausstellungen. Der Schlosspark wurde nach Plänen aus dem 19. Jahrhundert instandgesetzt.

Umleitung Geneicken

Der Niers-Verband baut noch bis voraussichtlich Januar 2016 an einem Rückhaltebecken zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Bereich des Mönchengladbacher Stadtteils Geneicken. Wegen der Baustelle ist der Niers-Radwanderweg zwischen Zoppenbroich (L 370) und Schloss Rheydt derzeit gesperrt. Umleitungen sind in beiden Richtungen beschildert. Der Bereich kann sowohl über Mönchengladbacher als auch über Korschenbroicher Stadtgebiet umfahren werden.

Die Umleitungen sind auf der Karte dargestellt. Dauer der Sperrung: Voraussichtlich noch bis Januar 2016 (Stand: Juni 2015).

Weiter geht es gen Norden am Naturschutzgebiet Bungtwald vorbei über Bahnanlagen zur Parkanlage von Schloss Myllendonk am rechten Niersufer. Schloss Myllendonk ist eine Wasserburg, deren Ursprünge ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Die Anlage befindet sich heute in Privatbesitz und umfasst einen Golfplatz.

Erlebnisbrücke

Erlebnisbrücke

Im Übergang zum Kreis Viersen führt der Radweg an der ͈Erlebnisbrücke über den Nordkanal" vorbei. Einst plante Napoleon einen Kanal zwischen Antwerpen und dem Rhein. Dieser  ͈grand canal du nord" wurde nie vollständig realisiert. Heute zeichnet der Radweg der  ͈Fietsallee am Nordkanal" die alten Spuren des Nordkanals (www.nordkanal.net) nach und kreuzt hier den Niersradwanderweg. Die Erlebnisbrücke kann von Hand betätigt werden.

Der Niersradwanderweg erreicht den Kreis Viersen und ist ab der Kreisgrenze mit dem Routenlogo ausgeschildert. Über die A52 hinweg führt der Radweg an der Kläranlage Neuwerk des Niersverbandes vorbei. Vorher lohnt ein Abstecher nach Willich-Neersen zum dortigen Schloss.

Schloss Neersen

Schloss Neersen

Schloss Neersen; Quelle: Kreis Viersen

Die damalige Wasserburg hat im 17. Jahrhundert Graf Virmond zu einer dreiflügeligen Schlossanlage ausbauen lassen. Die Stadt Willich hat die Anlage 1970 erworben. Heute ist das Schloss Sitz der Stadtverwaltung. Der regional bedeutsame Schlosspark wurde vor einigen Jahren nach historischen Vorgaben wiederhergestellt. Zusammen mit der Parkanlage ist das Schloss seit Jahren Kulisse für die bekannten Neersener Schlossfestspiele.

Die ausgeschilderte Radroute folgt dem sogenannten Grenzweg. Die Siedlung am Grenzweg geht auf die 1930er Jahre der Weltwirtschaftskrise zurück. Die Häuser wurden überwiegend in Eigenleistung errichtet. Sie hatten große Gärten für den Obst- und Gemüseanbau sowie die Kleintierhaltung für den Eigenbedarf. Die St. Konradskapelle am Grenzweg erstrahlt in ihrem ursprünglichen Charakter. Nach Überquerung der Bahngleise am Grenzweg lohnt ein Abstecher von der Route nach rechts zur ehemaligen Clörather Mühle.

Mühlenwesen an der Clörather Mühle und Meister Adebar

Clörather Mühle

Clörather Mühle

An der Niers standen Ende des 19. Jahrhunderts rund 50 Mühlen. Die Mühlen verarbeiteten Getreide und Ölfrüchte wie zum Beispiel Leinsamen. Die Bedeutung der Mühlen nahm im Laufe der Jahrzehnte stetig ab. Heutzutage gibt es noch wenige Mühlen entlang der Niers. Viele von Ihnen befinden sich in Privatbesitz - so auch die Clörather Mühle am Rande des Naturschutzgebietes Salbruch. Die Umgebung der Clörather Mühle stellt heute ein bedeutendes Feuchtbiotop für Amphibien, Insekten und Vögel dar.

Der Kreis Viersen erwarb Flächen, um sie zu naturnahen Auenbiotopen umzuwandeln. So wurde beispielsweise im Rahmen der Landschaftsplanung der ehemaligen Niersverlauf durch Anlage flacher Blänken und Artenschutzgewässer in Teilen wieder sichtbar gemacht. Die Wiesen und Weiden werden nur extensiv bewirtschaftet. Große Teile des Landschaftsraumes stehen somit unter Natur- und Landschaftsschutz.

Störche

Störche nahe der Clörather Mühle (Quelle: Arnd Helbig)

Im Jahr 2010 brütete der Weißstorch nach mehr als 100 Jahren wieder erfolgreich auf angelegten Nisthilfen an der Niers. Seitdem brütet er jedes Jahr hier. Der neu gestaltete Aussichtspunkt südlich der Clörather Mühle ist einen Besuch wert.

Die Strecke folgt weiter dem Niersverlauf und erreicht eine Bootanlegestelle für Paddelboote in Viersen-Süchteln (Bootsverleihe siehe Info&Servicebereich). Die Niers ist in großen Teilen mit dem Kanu befahrbar. Über Süchteln-Hagen führt die Route durch die offene Kulturlandschaft mit ihren Kopfweiden zum renaturierten Niersaltarm Burgbenden mit der Burgruine Uda bei Grefrath-Oedt.

Burg Uda und Niersaltarm Burgbenden

Burg Uda

Burgruine Uda

Die Burg Uda wurde 1313 erstmals urkundlich erwähnt. Sie diente dem Schutz einer Fährstelle über die Niers. Die Niers hatte zur damaligen Zeit große wirtschaftliche und politische Bedeutung als Energiequelle zum Antrieb der Mühlen und als natürliche Gebietsgrenze. Um diese Grenze und die Furt zu schützen, wurde die Burg Uda errichtet. Heute ist nach bewegter Geschichte noch ein Burgturm erhalten. Dieser wurde 2013 umfangreich saniert. Im Inneren des Burgturms gibt es eine historische Ausstellung. Der Burgturm erhielt eine Aussichtsplattform, die den Blick weit über die niederrheinische Landschaft ermöglicht.

Ein weiterer Baustein der naturnahen Umgestaltung der Niers erfolgte im Rahmen des Niersauenkonzeptes. Eine ehemals landwirtschaftliche Fläche nahe der Burg wurde zu einem circa 11 Hektar großem Feuchtbiotop umgewandelt. Somit entstand ein für die ursprüngliche Niersaue typisches Stillgewässer. Über eine Brücke ist der renaturierte Altarm Burgbenden mit der Burg Uda verbunden. Die Pflege der offenen Wiesen- und Gewässerlandschaft erfolgt durch eine extensive Beweidung mit Galloways.

Niersaltarm

Niersaltarm Burgbenden

Die Radroute führt weiter entlang der Niers mit ihren urwüchsigen Kopfweiden. Links vom Radweg liegt der Verkehrslandeplatz Niershorst. Hier lohnt ein Abstecher. Am Flugplatz gehen Segelflugzeuge, Ultraleichtflieger und Maschinen mit Fallschirmspringern in die Luft.

 

Doppeldecker

Flugzeug am Niershorst

Hinter dem Landeplatz verlässt der Niersradwanderweg den Verlauf der Niers, da in Grefrath ein weiteres großes Klärwerk existiert. Es lohnt ein Abstecher nach Grefrath zum Niederrheinischen Freilichtmuseum.

 

 

 

Das Niederrheinische Freilichtmuseum mit Spielzeugmuseum

Niederrheinisches Freilichtmuseum

Niederrheinisches Freilichtmuseum

Herzstück des Museums ist die Dorenburg, eine Wasserburg mit Ursprüngen aus dem 14. Jahrhundert. Im Jahr 1973 eröffnete der Kreis auf dem Areal rund um die Dorenburg ein Freilichtmuseum mit zahlreichen historischen Hofanlagen. Das Museum veranschaulicht, wie in früheren Zeiten gelebt, gewohnt und gearbeitet wurde. In den Räumen einer Posthalterei ist eine Fachwerk-Gaststätte mit Pfannekuchen-Spezialitäten beheimatet. Das historische Spielzeugmuseum erstrahlt seit dem Jahr 2014 in neuem Glanz. Das neue Eingangsgebäude beherbergt einen Museumsshop und dient pädagogischen Zwecken.

Langendonker Mühle

Langendonker Mühle

Hinter dem Grefrather Klärwerk führt die Route wieder zur Niers. An der Holzbrücke zur Überquerung der Niers steht die ehemalige Langendonker Mühle inmitten des Naturschutzgebietes "Grasheide und Mülhausener Benden". Auch in diesem Gebiet hat der Kreis Viersen im Rahmen der Landschaftsplanung viele Flächen erworben. Die durchgeführten Biotopentwicklungsmaßnahmen, wie die Anlage von Gewässern, Altarmen, Blänken und Feuchtwiesen haben dazu geführt, dass das Gebiet wieder wertvollen Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten bietet.

 

Libelle

Libelle an der Niers

Im nahegelegenen Waldbereich führt ein Abstecher von der Radroute zur Motte "Horbes Bergske". Vom einstigen frühmittelalterlichen Bauwerk an der Niers sind heutzutage noch Erdhügel und Wälle erkennbar. Auf dem höchsten Punkt der Anlage wurde damals das Bauwerk errichtet. Die Anlage war durch ein Wallgrabensystem gesichert, da sie vermutlich dem Schutz der Grenze zwischen zwei Herrschaftsgebieten diente.

Neersdommer Mühle

Neersdommer Mühle

Die Radroute führt weiter gen Norden zum Kloster Mariendonk. Das Benediktinerinnen-Kloster wurde im Jahr 1900 errichtet. Nahe der Abtei liegt die ehemalige Neersdommer Mühle. Teile der Anlage beherbergen heute eine Champignon-Zuchtanlage. Hinter der Neersdommer Mühle verlassen die Radfahrer den Kreis Viersen in Richtung Kreis Kleve. Unter der A 40 hindurch und entlang der geschwungenen Niers führt der Radweg zur Burganlage der ehemaligen Festung Wachtendonk.

 

Burgruine Wachtendonk

Burgruine Wachtendonk

Burgruine Wachtendonk

Die Ursprünge der Festung gehen auf das Jahr 1196 zurück. Die Festungsruine war unter einem Hügel verborgen und wurde zwischen 1967 und 1978 ausgegraben. Der historische Ortskern von Wachtendonk mit Burgruine, Pulverturm, Haus Püllen, altem Kloster, Pfarrhaus sowie historischem Rathaus lohnt für einen Abstecher.

Altstadt Wachtendonk

Wachtendonk Altstadt

Hinter Wachtendonk führt der Niersradwanderweg etwas abseits des Flusses nach Straelen. Nördlich von Straelen liegt die Burg Vlassrath. Der Rittersitz aus dem 13. Jahrhundert kann heute für Festivitäten gebucht werden. Die Anlage befindet sich in Privatbesitz. Der Radweg folgt entlang zahlreicher Gutshöfe und Herrensitze der Niers nach Geldern. Bei Geldern-Pont sind zwei Flussabschnitte naturnah umgestaltet worden. Nördlich des Gelderner Ortskerns liegt direkt am Niersradwanderweg das Schloss Haag. Es ist eine spätmittelalterliche Anlage aus dem 15. Jahrhundert.

Paddeln auf der Niers

Paddeln auf der Niers (Quelle: Kreis Kleve / Stadt Weeze)

Zu sehen sind die innere Vorburg mit mehreren Türmen sowie eine äußere zweite Vorburg. Diese ist in Privatbesitz. Die innere Burg kann im Rahmen von Restaurantbesuchen und Besuchen des dortigen Golfclubs besichtigt werden.

Die Route führt durch die niederrheinische Kulturlandschaft nach Wetten. Hier gibt es eine Bootsanlegestelle - ebenso wie in Geldern und Wachtendonk. Bald ist der Wallfahrtsort Kevelaer erreicht:

 

 

Wallfahrtsort Kevelaer

Gnadenkapelle Kevelaer

Gnadenkapelle in Kevelaer (Quelle: Kreis Kleve / Stadt Kevelaer)

Kevelaer ist der größte Marien-Wallfahrtsort Nordwesteuropas. Jährlich hat die Stadt 1.000.000 Besucher. Zentrum der Wallfahrt ist der Kapellenplatz mit Marienbasilika und Gnadenkapelle. Die Basilika wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Der Kirchturm ist über 90 Meter hoch und prägt das Stadtbild. In der Basilika finden große Pilgergottesdienste statt. Papst Johannes Paul der II. besuchte Kevelaer im Jahr 1987. Der historische Ortskern von Kevelaer ist ebenfalls ein lohnenswertes Ziel.

Von Kevelaer aus geht es wieder entlang der Niers, vorbei an einer Bootsanlegestelle bei Schloss Wissen nach Weeze. Bekannt durch den nahegelegenene Flughafen Weeze, hat die Stadt aber auch Historisches zu bieten:

Schlossruine Hertefeld

Schlossruine Hertefeld (Quelle: Kreis Kleve, / Stadt Weeze)

Die Schlossruine Hertefeld - etwas abseits der ausgeschilderten Route gelegen - ist ein bedeutsames Rittergut aus dem 14. Jahrhundert. Der sich durch die Niederung schlängelnde Fluss führt weiter nach Goch. Der Radweg führt vorher über die A57 hinweg und an Schloss Kalbeck vorbei. In Goch steht die sehenswerte Wassermühle Susbrücke aus dem 17. Jahrhundert. Auch Goch besitzt eine Bootsanlegestelle. Bei Asperden liegt das Kloster Graefenthal. Es wurde im 13. Jahrhundert gegründet und von Zisterziensern genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde das Kloster aufgegeben. Viele historische Gebäude konnten indes erhalten werden. Heute wird das ehemalige Kloster für diverse Veranstaltungen genutzt. Entlang einer Seenlandschaft, die durch Kies- und Sandabbau entstanden ist, gelangt man zum Ort Kessel.

Hinter Kessel ist die deutsch-niederländische Grenze erreicht. Die mäandrierende Niers mündet im niederländischen Gennep in die Maas. Im historischen Stadtzentrum von Gennep mit seinem Rathausvorplatz lässt sich das Ende der über 100 Kilometer langen Radroute genießen.