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Wat is en Dampfmaschin?

Ein lauter Knall – und die Dampfmaschine liegt in ihre Einzelteile im Kinderzimmer verteilt. So dramatisch wie in Astrid Lindgrens Klassiker „Karlsson vom Dach“ war der Umgang mit den Dampfmaschinen-Modellen zum Glück nicht immer. „Was Anfang des 20. Jahrhunderts als beliebtes Spielzeug verkauft wurde, würde heutzutage wohl nicht jeder in Kinderhände geben“, sagt Ingo Schabrich, Kulturdezernent des Kreises Viersen.

Das Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen lässt das Dampfspielzeug wieder aufleben. „Wat ist en Dampfmaschin?“ heißt die erste Sonderausstellung des Jahres im Museum, Am Freilichtmuseum 1 in Grefrath. Von Sonntag, 10. März, bis Sonntag, 25. August, können die Besucher dieser Frage in den Ausstellungsräumen der Dorenburg nachgehen.

Fans der Feuerzangenbowle werden es erkennen: Mit dem Ausstellungstitel setzt das Museum dem niederrheinischen Lehrer Bömmel aus Heinrich Spoerls Roman ein kleines Denkmal. „Sein Ausspruch ‘Wat is en Dampfmaschin‘ ist zum geflügelten Wort geworden“, sagt Kevin Gröwig, Kurator der Ausstellung und stellvertretender Museumsleiter. „Vielen kommt dieser Ausspruch unweigerlich in den Sinn, wenn man das Wort Dampfmaschine hört.“

Die Sonderausstellung greift die Präsentation des Dampfspielzeugs im Spielzeugmuseum auf und führt das Thema fort. „Dampfmaschinen waren als Spielzeuge auch deshalb so beliebt, weil sie den technischen Fortschritt dieser Zeit anschaulich machten“, erklärt Museumsleiterin Anke Petrat.

Das Museum bereitet das Thema Dampfspielzeug in zwei Räumen auf: Die Besucher betreten zunächst ein Klassenzimmer, in dem sie allerhand Wissenswertes zur Geschichte der Dampfmaschine erfahren. Der zweite Bereich ist einer Fabrikhalle nachempfunden und zeigt verschiedene Dampfmaschinen-Modelle sowie zahlreiche Antriebsmodelle. Etwa 50 Objekte aus dem Museumsdepot werden der Öffentlichkeit präsentiert. Sie stammen aus dem Fundus der im Museum ansässigen Stiftung Lore und Wolfgang Hoffmann für Kindheits- und Spielzeugforschung, die die Sonderausstellung auch finanziert.

Besondere Ausstellungsstücke sind:

  • Modelle einer fahrbaren Lokomobile mit Dreschmaschine der Firma Märklin, um 1900.
  • großes Dampfmaschinen-Modell mit stehendem Kessel der Firma Märklin von 1920
  • Dampfmaschinen-Modell „Atomkraftwerk“ der Firma Wilesco aus den 1950er-/ 60er-Jahren
  • einfache Dampfturbinen der Firma Hommola, Zschopau in Sachsen, 1897 bis 1900 - Bei diesen Modellen wird ein Rad direkt von ausströmendem Dampf angetrieben und setzt eine Windmühle und ein Sägegatter in Bewegung.
  • Antriebsmodell „Hausknecht“ der Firma Bing, 1902. Das Modell zeigt einen Knecht, der bei Inbetriebnahme des Antriebsmodells über einen einfachen Mechanismus einen Schuh putzt.
  • Antriebsmodell „Fleischer“ der Firma Fleischmann, 1950er-Jahre - Bei Inbetriebnahme des Modells produziert der Fleischer eine endlose Wurstkette.

Daneben gibt es ein Erklär-Stück mit Peter Lustig und auch auf eine sympathische Lehrer-Figur wie Bömmel müssen die Besucher nicht verzichten: Auf der Kinderebene erklärt die illustrierte Figur in der gesamten Ausstellung auf kindgerechte Weise ebenso die Funktion und Geschichte der Modell-Dampfmaschine und ihres Zubehörs sowie die ihrer großen Vorbilder.

Eröffnung
Landrat Dr. Andreas Coenen eröffnet die Sonderausstellung am Sonntag, 10. März, um 11 Uhr. Die Einführung in das Thema findet im Pädagogikraum des Eingangsgebäudes statt, Am Freilichtmuseum 1 in Grefrath. Anschließend führt Kurator Kevin Gröwig ins Thema der Ausstellung ein.

Die Stiftung
Finanziert wird die Sonderausstellung von der Stiftung Lore und Wolfgang Hoffmann für Kindheits- und Spielzeugforschung. Ein Großteil der Spielzeugsammlung des Museums ist im Besitz der Stiftung und wird von dieser stetig erweitert. Darüber hinaus fördert die Stiftung regelmäßig Ausstellung zum Thema Spielzeug. Reiner Schneider, Vorstandmitglied und Spielzeugexperte, beriet bei der Auswahl der Exponate.