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Vertragsnaturschutz / Kreiskulturlandschaftsprogramm im Kreis Viersen

Natur und Landschaft im Kreis Viersen werden in besonderem Maße durch die bäuerliche Landwirtschaft geprägt. DasKreiskulturlandschaftsprogramm (KKLP) des Kreises Viersen schafft den Rahmen dazu, die erhaltungs- und schutzbedürftigen Lebensräume sowie die wertvollen Kulturlandschaften und Landschaftsteile unter zentraler Mithilfe der Landwirte oder sonstiger Landbewirtschafter zu pflegen und zu erhalten. Es stellt somit die Grundlage des Vertragsnaturschutzes im Kreis Viersen dar.

Kernstück sind freiwillige Vereinbarungen zur Extensivierung landwirtschaftlich genutzter Flächen mit dem Ziel die Lebensbedingungen schutzwürdiger Arten und Lebensgemeinschaften zu verbessern. Viele Tier- und Pflanzenarten haben sich im Laufe ihrer Entwicklung an bestimmte extensive landwirtschaftliche Nutzungsformen angepasst, die heute zumeist unwirtschaftlich sind. Für deren Erhaltung ist die Fortführung oder die Wiederaufnahme dieser Nutzungen erforderlich.

Mit dem KKLP möchte der Kreis Viersen Landwirte und Landbewirtschafter dafür gewinnen, auf freiwilliger Basis und gegen Ausgleich wirtschaftlicher Nachteile auf schutzwürdigen Flächen eine naturschutzorientierte Nutzung und Pflege zu praktizieren.

Was will der Vertragsnaturschutz?

Ziel der Förderung ist die Erhaltung oder Verbesserung beziehungsweise Wiederherstellung der Lebensgrundlagen von gefährdeten oder bedrohten Tier- und Pflanzenarten und die Verhinderung einer für den Naturhaushalt schädlichen Entwicklung auf der Basis des Landesnaturschutzgesetzes NRW.

Wer kann gefördert werden?

Zuwendungsempfänger sind Landwirtinnen und Landwirte sowie andere Landbewirtschafter mit Flächen im Kreis Viersen.

Welche Flächen sind förderfähig?

Schwerpunkte der Förderung sind FFH- und Naturschutzgebiete, gesetzlich geschützte Biotope nach § 42 Landesnaturschutzgesetz NRW sowie weitere anerkannte Biotopverbundflächen von regionaler und lokaler Bedeutung. Die förderfähigen Bereiche sind in einer Gebietskulisse abgegrenzt. Die Karte kann bei den unten aufgeführten Ansprechpartnern eingesehen werden. Streuobstwiesen können auch außerhalb der Gebietskulisse gefördert werden, ebenso die naturschutzgerechte Bewirtschaftung von Ackerflächen.

Was wird gefördert?

Nachfolgende Maßnahmen (Bewirtschaftungspakete) können auf Grundlage des Kreiskulturlandschaftsprogramms gefördert werden:

  • die naturschutzgerechte Nutzung von Äckern zum Schutz der Feldflora und von Ackerlebensgemeinschaften 
    Ausgleichsbetrag  bis zu 1.830,- EUR/ha/Jahr je nach Bewirtschaftungspaket

  • die Umwandlung von Acker in Grünland gemäß fachlicher Vorgaben
    Ausgleichsbetrag 590,- bzw. 890,-  EUR/ha/Jahr

  • die Extensivierung von Grünland ohne zeitliche Bewirtschaftungseinschränkungen – Aushagerung
    Ausgleichsbetrag 380,- bzw. 430.- EUR/ha/Jahr

  • die Extensivierung von Grünland mit zeitlichen Bewirtschaftungseinschränkungen - Ausgleichsbetrag zwischen 535,- und 685,- EUR/ha/Jahr

  • Extensive ganzjährige Großbeweidungsprojekte (Flächengröße mind. 10 ha)
    Ausgleichsbetrag 510,- EUR/ha/Jahr

  • die naturschutzgerechte Bewirtschaftung spezifischer Grünlandbiotope sowie die Pflege von kulturhistorischen Biotopen durch Beweidung oder Mahd
    Ausgleichsbetrag 380,- und 595,- EUR/ha/Jahr

  • die Pflege und Ergänzungspflanzung bestehender Streuobstwiesenbestände
    Ausgleichsbetrag 19,- Euro je Baum/Jahr max. 1.045 Euro/ha/Jahr bei extensiver Unternutzung zusätzlich 150,- Euro/ha/Jahr

  • die Pflege von Feldhecken -
    Ausgleichsbetrag 0,5 bzw. 0,8 Euro/m2/Jahr

  • sowie weitere zusätzliche Maßnahmen in Verbindung mit naturschutzgerechter Grünlandbewirtschaftung -
    Ausgleichsbetrag zwischen 70,- und 1.105,- EUR/ha/Jahr.

Wie funktioniert der Vertragsnaturschutz?

Interessierte Landbewirtschafter stellen bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises einen Förderantrag für die Bewirtschaftung oder Pflege naturschutzwürdiger Flächen für jeweils fünf Jahre. Sie erhalten bei Einhaltung der Verpflichtungen jährlich einen finanziellen Ausgleich für ihren Arbeitsaufwand bzw. daraus entstehender Einschränkungen. Die Anträge sind bis zum 30. Juni des jeweiligen Jahres vor Beginn des Verpflichtungszeitraums zu stellen. Der Verpflichtungszeitraum beginnt am 1. Januar des ersten Verpflichtungsjahres. Verpflichtungsjahr ist das jeweilige Kalenderjahr. Der Antrag auf Auszahlung ist jeweils bis zum 15. Mai des folgenden Jahres im Rahmen des ELAN-Sammelantrages zu stellen. Voraussetzung für eine Zahlung ist, dass die Flächen im Flächenverzeichnis der Landwirtschaftskammer NRW gemeldet sind. Die Einhaltung der Verpflichtungen wird vor Ort stichprobenhaft kontrolliert.

 

Wie erfolgt die Auszahlung?

Die Auszahlung erfolgt zentral durch den Direktor der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als Landesbeauftragter (EU-Zahlstelle).

Benötigte Unterlagen

  • Gültige Unternehmernummer
  • Kopie des aktuellen Flächenverzeichnisses
  • Kopie der Feldblockkarte (Luftbilder) bzw. Schlagskizzen (ELAN)
  • Einzelflächenauflistung der Förderflächen mit den Flächengrößenangaben (Schläge/Teilschläge)
  • Ggfls. Nachweis über gepachtete Flächen
  • Antragsformulare zur Gewährung von Zuwendungen im Vertragsnaturschutz

Gebühren

keine

Bearbeitungsdauer

Die Anträge sind bis zum 30. Juni des jeweiligen Jahres vor Beginn des Verpflichtungszeitraums zu stellen. Der Verpflichtungszeitraum beginnt am 1. Januar des ersten Verpflichtungsjahres. Verpflichtungsjahr ist das jeweilige Kalenderjahr. Der Antrag auf Auszahlung ist jeweils bis zum 15. Mai des folgenden Jahres im Rahmen des ELAN-Sammelantrages zu stellen.

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