. . . . .

Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, für die alle Wiederkäuer empfänglich sind. Sie wird durch ein Virus (BTV) verursacht, das durch infizierte Stechmücken (Gnitzen) übertragen wird. Bei dem Virus unterscheidet man verschiedene Serotypen, wobei der Serotyp 4 und 8 bisher am häufigsten aufgetreten ist. Das klinische Krankheitsbild geht mit schmerzhaften Haut- und Schleimhautentzündungen am Kopf, den Geschlechtsorganen, den Zitzen und am Kronsaum der Klauen einher. Neben Leistungseinbußen durch Milchrückgang, Gewichtsverlust und Aborte führen schwere Verlaufsformen auch zu hohen Sterblichkeitsraten (insbesondere bei Schafen). Da die den Erreger übertragenden Gnitzen durch den Wind weiträumig (bis zu 150 km) verbreitet werden können, weist die Blauzungenkrankheit eine starke Ausbreitungstendenz auf.

 

Mit der letzten Änderung der EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung vom 03.05.2016 wurde aber vorsorglich die Möglichkeit zur Genehmigung von freiwilligen (vorbeugenden) Schutzimpfungen gegen BT geschaffen.

Dies ist im Kreis Viersen in Form einer Allgemeinverfügung geschehen (siehe unter Downloads).

Die Blauzungenkrankheit lässt sich durch die aktive, serotyp-spezifische Immunisierung empfänglicher Wiederkäuer sicher verhindern. Tierhaltern wird deshalb die freiwillige Impfung ihrer Wiederkäuer dringend angeraten. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Ausbreitung der Blauzungenkrankheit führt die Impfung zu erleichterten Handelsmöglichkeiten für das Verbringen empfänglicher Tiere aus Restriktionsgebieten in freie Gebiete.

 

Die Impfkosten sind dabei grundsätzlich vom Tierhalter selbst zu tragen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Gewährung einer Beihilfe für Rinder möglich. Nähere Informationen sind der Internetseite der Tierseuchenkasse zu entnehmen.

 

Im Kreis Viersen ist bisher kein Sperrgebiet ausgewiesen worden.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW - LANUV NRW - aktualisiert auf seiner Webseite regelmäßig Informationen zur Verbreitung der Blauzungenkrankheit und entsprechenden Restriktionsgebieten.

 

Sofern im Kreis Viersen ein Sperrgebiet ausgewiesen wird, gilt für Rinder, Schafe, Ziegen und Wildwiederkäuer in Gehegen grundsätzlich ein Verbringungsverbot. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Verbringen innerhalb der ausgewiesenen Sperrgebiete bzw. aus einem Sperrgebiet in ein restriktionsfreies Gebiet durch den Kreis Viersen genehmigt werden.

Downloads