. . . . .

Suche

 

Ansprechpartner

Artenschutz in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft

Landwirtschaft, Forstwirtschaft und (gewerbliche) Fischereiwirtschaft als Bodennutzung, die der "guten fachlichen Praxis", also den umweltbezogenen Rechtsgrundsätzen beim heutigen Stand der Technik entsprechen, verstoßen nicht gegen die artenschutzrechtlichen Zugriffsverbote. Wenn also bei der Feldarbeit Erdkröten oder bei der Grünlandmahd Grasfrösche tödlich verletzt werden, ist dies keine strafbare Handlung. Jedoch muss der Schutz planungsrelevanter Tier- und Pflanzenarten beachtet werden, wenn sich deren Erhaltungszustand durch die Bewirtschaftung verschlechtern könnte - hier die wichtigsten landwirtschaftlich relevanten Vogelarten, mit Angabe des Erhaltungszustandes im nordrhein-westfälischen Flachland:

 
Feldlerche günstig (abnehmender Trend) (VIE: 1001 - 5000 Brutpaare) 
Kiebitz günstig (VIE: 501 - 1000 Brutpaare) 
Rebhuhn ungünstig (VIE: 101 - 500 Brutpaare) 
Wachtel ungünstig (VIE: keine Angabe; < 5 Brutpaare) 
Rohrweihe ungünstig (VIE: 0 - 5 Brutpaare) 
Steinkautz günstig (VIE: 501 - 1000 Brutpaare; weniger) 
Wiesenpieper günstig (abnehmender Trend) (VIE: keine Angabe; < 10 Brutpaare) 

(Die Angaben zu Erhaltungszustand und Bestandsgrößen stammen vom LANUV, Ergänzungen von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft. Weiteres unter: http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/artenschutz/de/arten/gruppe)

 

Auch wenn für diese Arten z. T. noch ein günstiger Erhaltungszustand angegeben wird, sollten die verantwortlichen Flächenbewirtschafter dafür sorgen, dass es im Interesse nachfolgender Menschengenerationen auch so bleibt, z. B. durch Erhalt von Rainen und Grünwegen, Bereitstellung von Flächen für Blühstreifen oder Schwarzbrachen, Aussparen von Kiebitznestern bei der Bodenbearbeitung oder Schutzvorkehrungen bei der Grünlandmahd. Auch die örtlichen Jagdausübungsberechtigten können dazu befragt werden.

Artenschutz im Rahmen der Forstwirtschaft wird über den Landesbetrieb Wald und Holz NRW vermittelt.

Artenschutz und Fischereiwirtschaft ist im Kreis Viersen nur in seltenen Einzelfällen relevant. Dabei sind nicht die Belange und Aktivitäten von Freizeitfischern gemeint, sondern nur gewerblicher Teichwirtschaftsbetrieb.

Evtl. benötigte Unterlagen: wird einzelfallweise besprochen.