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Westverlängerung der Regiobahn (S 28)

Aus dem Kreis Viersen bestehen starke Pendlerverflechtungen nach Düsseldorf. Zur Verbesserung der Schienenverkehrsanbindung in die Landeshauptstadt ist die Streckenverlängerung der Regiobahn (S 28) über den derzeitigen Endhaltepunkt Kaarst nach Willich und Viersen geplant. Mit dieser Verbindung würden deutliche Reisezeitvorteile für die Berufs- und Ausbildungspendler sowie für sonstige ÖPNV-Nutzer erzielt. Die noch gewidmete Trasse wurde fortlaufend freigehalten und kann durchgängig wieder genutzt werden.

Der Kreis Viersen hat in den Jahren 2009/2010 in zwei INTERREG-Projekten untersucht, ob es möglich ist, die Regiobahn von Kaarst über die neuen Haltepunkte Schiefbahn und Neersen bis nach Viersen und weiter nach Venlo fortzuführen.

Zunächst kam die "Machbarkeitsstudie Regiobahn" zu dem Ergebnis, dass eine Reaktivierung der Schienenstrecke zwischen den Bahnhöfen Kaarster See und Viersen technisch möglich ist. Aufgrund des positiven Nutzens für die Region wurde dann eine sog. "Standardisierte Bewertung" in Auftrag gegeben. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren der gesamtwirtschaftlichen Nutzen-Kosten-Bewertung von ÖPNV-Projekten. Diese Bewertung ist die Voraussetzung, das Projekt beim zuständigen Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen zur Förderung anzumelden. Die gesamtwirtschaftliche Bewertung für die Variante der Regiobahn-Verlängerung nach Viersen samt Einrichtung einer Regional-Express-Linie nach Venlo hat den volkswirtschaftlichen Nutzen des Vorhabens gezeigt: Der Nutzen-Kosten-Indikator lag mit 2,14 deutlich über 1, womit die volkswirtschaftliche Rentabilität nachgewiesen ist.

Angesichts der fehlenden Zweigleisigkeit der Teilstrecke Dülken-Kaldenkirchen und eines möglichen Konflikts zum INTERREG-Projekt RoCK („Connecting Knowledge by Rail" mit der Teilstrecke Eindhoven-Venlo-Mönchengladbach-Düsseldorf) hat der Kreis Viersen eine weitere Variante der Machbarkeitsstudie - die Verlängerung der Regiobahn bis Viersen im 20-Minuten-Takt unter Beibehaltung des RE 13 Viersen-Venlo - aufgegriffen und hierfür ebenfalls eine Standardisierte Bewertung vorgenommen. Für die Weiterführung der Regiobahn bis Viersen wurde ein Nutzen-Kosten-Indikator von 1,49 errechnet.

Um die Chancen einer Übernahme der Betriebskosten durch das Land Nordrhein-Westfalen zu erhöhen, wurde durch den Kreis Viersen zunächst die Herbeiführung eines regionalen Konsenses angestrebt. Dieser wurde Ende 2013 in der Initiative Metropolregion Rheinland herbeigeführt. Zur Verfestigung des vereinbarten Konsenses wird zurzeit eine gemeinsame Absichtserklärung (Letter of Intent) zur Verlängerung der Regiobahn nach Viersen zwischen dem Kreis Mettmann, der Landeshauptstadt Düsseldorf, dem Rhein-Kreis Neuss, der Stadt Mönchengladbach, dem Kreis Viersen, dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, der Regiobahn GmbH und der Regiobahn Fahrbetriebsgesellschaft mbH erarbeitet.

Die Investitionskosten wurden 2015 unter Berücksichtigung der Preisanpassung und einer neu geplanten Elektrifizierung angepasst und das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Planfälle mit bzw. ohne Elektrifizierung neu berechnet. Demnach bleiben die Nutzen-Kosten-Indikatoren bei allen Varianten deutlich über dem Faktor 1.

Zur Deckung der Investitionskosten wird das Land gebeten, Mittel nach § 13 ÖPNVG NRW (Investitionsmaßnahmen im besonderen Landesinteresse) bereitzustellen. Darüber hinausgehende Investitionskosten werden von der Regiobahn GmbH getragen. Die Deckung der Betriebskosten soll über Regionalisierungsmittel erfolgen.

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