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Niers-Radwanderweg

Flusslandschaftschaft Niers

 

Der Niers-Radwanderweg führt abseits städtischer Zentren durch die niederrheinische Kulturlandschaft entlang der teilweise renaturierten Niers. Die Radfahrer erwarten auf der Strecke zahlreiche Sehenswürdigkeiten und eindrucksvolle Landschaften.

Im Download-Bereich finden Sie Flyer der Kreise Kleve und mit Informationen zum Streckenverlauf und den Sehenswürdigkeiten entlang der Radroute. Des Weiteren erhalten Sie GPX- und KML-Tracks zur gesamten Radroute zum privaten Gebrauch.

Die Niers

Die Niers verläuft am linken Niederrhein, parallel zwischen Maas und Rhein auf der östlichen Seite der deutsch-niederländischen Grenze. Sie entspringt ursprünglich bei Erkelenz im Kreis Heinsberg und durchfließt im weiteren Verlauf die Stadt Mönchengladbach und anschließend die Städte Willich und Viersen sowie die Gemeinde Grefrath im Kreis Viersen. Ab der Neersdommer Mühle, nördlich von Grefrath, erreicht der Flussverlauf den Kreis Kleve. Nach 60 idyllischen Kilometern durch den Kreis Kleve fließt die Niers bei Goch weiter in die niederländische Gemeinde Gennep, um dort in die Maas zu münden.

Im letzten Jahrhundert wurde die Niers im Zuge der Industrialisierung in der Region fast vollständig begradigt. Durch Uferabflachungen, abwechslungsreiche Querschnittsgestaltungen und einen geschwungenen Verlauf soll die Niers in den kommenden Jahren wieder Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen werden. Denn die Niers mit ihren Nebenflüssen ist neben dem Rhein das bedeutendste Gewässer am Niederrhein und prägt weite Teile der niederrheinischen Landschaft.  Große Bereiche entlang des Flusses stehen unter Natur- oder Landschaftsschutz.

Der Niersverband ist engagiert, die Wasserqualität und Struktur der Niers zu verbessern. Das seit den 1990er Jahren in Umsetzung befindliche Niersauenkonzept leistet hierzu seinen Beitrag. Das Konzept ist heute Bestandteil des "Masterplan Niers".

Konzept der Radroute

Seit dem Jahr 2000 ist es gemeinsames Ziel der Kreise, Städte und Gemeinden entlang der Niers diesen Landschaftsraum für den Radverkehr zu erschließen und die Niers von der Quelle bis zur Mündung durchgängig befahren zu können. Dieses Ziel wurde mit dem grenzüberschreitenden Konzept des „Niersradwanderweges" in den vergangenen Jahren schrittweise umgesetzt. Der Niersradwanderweg folgt dem Fluss von der Quelle bis zur Mündung auf einer Strecke von rund 100 Kilometern.

Routenbeschreibung zum Niersradwanderweg

Die ursprüngliche Quelle der Niers liegt in Kuckum auf dem Gebiet der Stadt Erkelenz im Kreis Heinsberg. Hier beginnt der Niersradwanderweg. Aktuell wird die Niers aufgrund des örtlichen Tagebaus von Braunkohle durch Sümpfungswasser. Ab Mönchengladbach-Wanlo führt die Radroute über die A46 hinweg und dann entlang des östlichen Stadtrands von Mönchengladbach. Hierbei durchquert sie die große Parkanlage von Schloss Wickrath.

Das barocke Wasserschloss entstand zwischen 1746 und 1772. Die umgebenen Wasserflächen bilden eine Krone ab, um die Macht des Reichsgrafen Otto von Quadt zu symbolisieren. Die gepflegte Parkanlage des Schlosses ist 19 Hektar groß. Teile der Schlossanlage dienen der fast 300 Jahre alten Tradition der Pferdezucht.

Der Radweg führt weiter durch das Wetscheweller und Güdderather Bruch, eine ursprüngliche Bruchlandschaft, die größtenteils unter Landschaftsschutz steht. Hier sind Flussabschnitte der Niers bereits naturnah umgestaltet worden. In Mönchengladbach-Odenkirchen lohnt ein Abstecher vom Niers-Radwanderweg zum Burgturm Odenkirchen. Der Unterbau des Turms entstammt dem 15. Jahrhundert, der Turm selbst ist aus dem Jahr 1734. Der Rest einer früheren Schlossanlage beherbergt heute den Heimatverein Odenkirchen.

Weiter geht es durch den Beller Mühlenpark in Richtung Rheydt. Hier führt der Radweg am früheren Schlachthof Rheydt vorbei. Das sanierte ehemalige Industriegebäude beheimatet heute ein Dienstleistungszentrum. Die Strecke führt weiter durch den Zoppenbroicher Wald. Das Haus Zoppenbroich liegt etwas abseits der Route und ist ein Herrensitz. Dieser wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. Das jetzige Gebäude stammt aus dem Jahr 1880. Es liegt in einem englischen Park mit zahlreichen Blutbuchen.

Die Radroute folgt der Niers weiter zum imposanten Schloss Rheydt. Die Wasserburganlage wurde im 16. Jahrhundert zum Schloss im Stil der Renaissance umgebaut. Die Wassergräben sind bis heute ebenso erhalten geblieben wie die vorgelagerte Torburg im italienischen Palazzo-Stil. Das Schloss dient der Unterbringung einer Kunstsammlung des 16. und 17. Jahrhunderts, einer Ausstellung zur Urgeschichte, stadtgeschichtlichen Sammlungen und als Standort für Wechselausstellungen. Der Schlosspark wurde nach Plänen aus dem 19. Jahrhundert instandgesetzt.

Weiter geht es gen Norden am Naturschutzgebiet Bungtwald vorbei über Bahnanlagen zur Parkanlage von Schloss Myllendonk am rechten Niersufer. Schloss Myllendonk ist eine Wasserburg, deren Ursprünge ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Die Anlage befindet sich heute in Privatbesitz und umfasst einen Golfplatz.

Im Übergang zum Kreis Viersen führt der Radweg an der „Erlebnisbrücke über den Nordkanal" vorbei. Einst plante Napoleon einen Kanal zwischen Antwerpen und dem Rhein. Dieser „grand canal du nord" wurde nie vollständig realisiert. Heute zeichnet der Radweg der „Fietsallee am Nordkanal" die alten Spuren des Nordkanals nach und kreuzt hier den Niersradwanderweg. Die Erlebnisbrücke kann von Hand betätigt werden.

Der Niersradwanderweg erreicht den Kreis Viersen. Über die A52 hinweg führt der Radweg an der Kläranlage Neuwerk des Niersverbandes vorbei. Vorher lohnt ein Abstecher nach Willich-Neersen zum dortigen Schloss.

Die damalige Wasserburg hat im 17. Jahrhundert Graf Virmond zu einer dreiflügeligen Schlossanlage ausbauen lassen. Die Stadt Willich hat die Anlage 1970 erworben. Heute ist das Schloss Sitz der Stadtverwaltung. Der regional bedeutsame Schlosspark wurde vor einigen Jahren nach historischen Vorgaben wiederhergestellt. Zusammen mit der Parkanlage ist das Schloss seit Jahren Kulisse für die bekannten Neersener Schlossfestspiele.

Die ausgeschilderte Radroute folgt dem sogenannten Grenzweg. Die Siedlung am Grenzweg geht auf die 1930er Jahre der Weltwirtschaftskrise zurück. Die Häuser wurden überwiegend in Eigenleistung errichtet. Sie hatten große Gärten für den Obst- und Gemüseanbau sowie die Kleintierhaltung für den Eigenbedarf. Die St. Konradskapelle am Grenzweg erstrahlt in ihrem ursprünglichen Charakter. Nach Überquerung der Bahngleise am Grenzweg lohnt ein Abstecher von der Route nach rechts zur ehemaligen Clörather Mühle.

An der Niers standen Ende des 19. Jahrhunderts rund 50 Mühlen. Die Mühlen verarbeiteten Getreide und Ölfrüchte wie zum Beispiel Leinsamen. Die Bedeutung der Mühlen nahm im Laufe der Jahrzehnte stetig ab. Heutzutage gibt es noch wenige Mühlen entlang der Niers. Viele von Ihnen befinden sich in Privatbesitz - so auch die Clörather Mühle am Rande des Naturschutzgebietes Salbruch. Die Umgebung der Clörather Mühle stellt heute ein bedeutendes Feuchtbiotop für Amphibien, Insekten und Vögel dar.

Der Kreis Viersen erwarb Flächen, um sie zu naturnahen Auenbiotopen umzuwandeln. So wurde beispielsweise im Rahmen der Landschaftsplanung der ehemaligen Niersverlauf durch Anlage flacher Blänken und Artenschutzgewässer in Teilen wieder sichtbar gemacht. Die Wiesen und Weiden werden nur extensiv bewirtschaftet. Große Teile des Landschaftsraumes stehen somit unter Natur- und Landschaftsschutz.

Im Jahr 2010 brütete der Weißstorch nach mehr als 100 Jahren wieder erfolgreich auf angelegten Nisthilfen an der Niers. Seitdem brütet er jedes Jahr hier. Der neu gestaltete Aussichtspunkt südlich der Clörather Mühle ist einen Besuch wert.

Die Strecke folgt weiter dem Niersverlauf und erreicht eine Bootanlegestelle für Paddelboote in Viersen-Süchteln (Bootsverleihe siehe Info&Servicebereich). Die Niers ist in großen Teilen mit dem Kanu befahrbar. Über Süchteln-Hagen führt die Route durch die offene Kulturlandschaft mit ihren Kopfweiden zum renaturierten Niersaltarm Burgbenden mit der Burgruine Uda bei Grefrath-Oedt.

Die Burg Uda wurde 1313 erstmals urkundlich erwähnt. Sie diente dem Schutz einer Fährstelle über die Niers. Die Niers hatte zur damaligen Zeit große wirtschaftliche und politische Bedeutung als Energiequelle zum Antrieb der Mühlen und als natürliche Gebietsgrenze. Um diese Grenze und die Furt zu schützen, wurde die Burg Uda errichtet. Heute ist nach bewegter Geschichte noch ein Burgturm erhalten. Dieser wurde 2013 umfangreich saniert. Im Inneren des Burgturms gibt es eine historische Ausstellung. Der Burgturm erhielt eine Aussichtsplattform, die den Blick weit über die niederrheinische Landschaft ermöglicht.

Ein weiterer Baustein der naturnahen Umgestaltung der Niers erfolgte im Rahmen des Niersauenkonzeptes. Eine ehemals landwirtschaftliche Fläche nahe der Burg wurde zu einem circa 11 Hektar großem Feuchtbiotop umgewandelt. Somit entstand ein für die ursprüngliche Niersaue typisches Stillgewässer. Über eine Brücke ist der renaturierte Altarm Burgbenden mit der Burg Uda verbunden. Die Pflege der offenen Wiesen- und Gewässerlandschaft erfolgt durch eine extensive Beweidung mit Galloways.

Die Radroute führt weiter entlang der Niers mit ihren urwüchsigen Kopfweiden. Links vom Radweg liegt der Verkehrslandeplatz Niershorst. Hier lohnt ein Abstecher. Am Flugplatz gehen Segelflugzeuge, Ultraleichtflieger und Maschinen mit Fallschirmspringern in die Luft.

Hinter dem Landeplatz verlässt der Niersradwanderweg den Verlauf der Niers, da in Grefrath ein weiteres großes Klärwerk existiert. Es lohnt ein Abstecher nach Grefrath zum Niederrheinischen Freilichtmuseum.

Herzstück dieses Museums ist die Dorenburg, eine Wasserburg mit Ursprüngen aus dem 14. Jahrhundert. Im Jahr 1973 eröffnete der Kreis auf dem Areal rund um die Dorenburg ein Freilichtmuseum mit zahlreichen historischen Hofanlagen. Das Museum veranschaulicht, wie in früheren Zeiten gelebt, gewohnt und gearbeitet wurde. In den Räumen einer Posthalterei ist eine Fachwerk-Gaststätte mit Pfannekuchen-Spezialitäten beheimatet. Das historische Spielzeugmuseum erstrahlt in neuem Glanz. Das neue Eingangsgebäude beherbergt einen Museumsshop und dient pädagogischen Zwecken.

Hinter dem Grefrather Klärwerk führt die Route wieder zur Niers. An der Holzbrücke zur Überquerung der Niers steht die ehemalige Langendonker Mühle inmitten des Naturschutzgebietes "Grasheide und Mülhausener Benden". Auch in diesem Gebiet hat der Kreis Viersen im Rahmen der Landschaftsplanung viele Flächen erworben. Die durchgeführten Biotopentwicklungsmaßnahmen, wie die Anlage von Gewässern, Altarmen, Blänken und Feuchtwiesen haben dazu geführt, dass das Gebiet wieder wertvollen Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten bietet.

Im nahegelegenen Waldbereich führt ein Abstecher von der Radroute zur Motte "Horbes Bergske". Vom einstigen frühmittelalterlichen Bauwerk an der Niers sind heutzutage noch Erdhügel und Wälle erkennbar. Auf dem höchsten Punkt der Anlage wurde damals das Bauwerk errichtet. Die Anlage war durch ein Wallgrabensystem gesichert, da sie vermutlich dem Schutz der Grenze zwischen zwei Herrschaftsgebieten diente.

Die Radroute führt weiter gen Norden zum Kloster Mariendonk. Das Benediktinerinnen-Kloster wurde im Jahr 1900 errichtet. Nahe der Abtei liegt die ehemalige Neersdommer Mühle. Teile der Anlage beherbergen heute eine Champignon-Zuchtanlage. Hinter der Neersdommer Mühle verlassen die Radfahrer den Kreis Viersen in Richtung Kreis Kleve. Unter der A 40 hindurch und entlang der geschwungenen Niers führt der Radweg zur Burganlage der ehemaligen Festung Wachtendonk.

Die Ursprünge der Festung gehen auf das Jahr 1196 zurück. Die Festungsruine war unter einem Hügel verborgen und wurde zwischen 1967 und 1978 ausgegraben. Der historische Ortskern von Wachtendonk mit Burgruine, Pulverturm, Haus Püllen, altem Kloster, Pfarrhaus sowie historischem Rathaus lohnt für einen Abstecher.

Hinter Wachtendonk führt der Niersradwanderweg etwas abseits des Flusses nach Straelen. Nördlich von Straelen liegt die Burg Vlassrath. Der Rittersitz aus dem 13. Jahrhundert kann heute für Festivitäten gebucht werden. Die Anlage befindet sich in Privatbesitz. Der Radweg folgt entlang zahlreicher Gutshöfe und Herrensitze der Niers nach Geldern. Bei Geldern-Pont sind zwei Flussabschnitte naturnah umgestaltet worden. Nördlich des Gelderner Ortskerns liegt direkt am Niersradwanderweg das Schloss Haag. Es ist eine spätmittelalterliche Anlage aus dem 15. Jahrhundert.

Die Route führt durch die niederrheinische Kulturlandschaft nach Wetten. Hier gibt es eine Bootsanlegestelle - ebenso wie in Geldern und Wachtendonk. Bald ist der Wallfahrtsort Kevelaer erreicht: Kevelaer ist der größte Marien-Wallfahrtsort Nordwesteuropas. Jährlich hat die Stadt 1.000.000 Besucher. Zentrum der Wallfahrt ist der Kapellenplatz mit Marienbasilika und Gnadenkapelle. Die Basilika wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Der Kirchturm ist über 90 Meter hoch und prägt das Stadtbild. In der Basilika finden große Pilgergottesdienste statt. Papst Johannes Paul der II. besuchte Kevelaer im Jahr 1987. Der historische Ortskern von Kevelaer ist ebenfalls ein lohnenswertes Ziel.

Von Kevelaer aus geht es wieder entlang der Niers, vorbei an einer Bootsanlegestelle bei Schloss Wissen nach Weeze. Bekannt durch den nahegelegenene Flughafen Weeze, hat die Stadt aber auch Historisches zu bieten: Die Schlossruine Hertefeld - etwas abseits der ausgeschilderten Route gelegen - ist ein bedeutsames Rittergut aus dem 14. Jahrhundert. Der sich durch die Niederung schlängelnde Fluss führt weiter nach Goch. Der Radweg führt vorher über die A57 hinweg und an Schloss Kalbeck vorbei. In Goch steht die sehenswerte Wassermühle Susbrücke aus dem 17. Jahrhundert. Auch Goch besitzt eine Bootsanlegestelle. Bei Asperden liegt das Kloster Graefenthal. Es wurde im 13. Jahrhundert gegründet und von Zisterziensern genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde das Kloster aufgegeben. Viele historische Gebäude konnten indes erhalten werden. Heute wird das ehemalige Kloster für diverse Veranstaltungen genutzt. Entlang einer Seenlandschaft, die durch Kies- und Sandabbau entstanden ist, gelangt man zum Ort Kessel.

Hinter Kessel ist die deutsch-niederländische Grenze erreicht. Die mäandrierende Niers mündet im niederländischen Gennep in die Maas. Im historischen Stadtzentrum von Gennep mit seinem Rathausvorplatz lässt sich das Ende der über 100 Kilometer langen Radroute genießen.

Fahrradwerkstätten nahe der Niers

Touristeninformationen

Bootsverleihe entlang der Niers

Wohnmobilstellplätze nahe der Niers