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Entsorgung von gewerblichen Abfällen

Gewerbebetriebe können Abfälle zur Verwertung – wie z. B. kompostierbare Abfälle – und müssen Abfälle zur Beseitigung – das sind Abfälle, die nicht verwertet werden – an den Satzungsanlagen des Kreises Viersen anliefern, sofern diese nicht vom Kreis von der Entsorgung ausgeschlossen sind. Welche Anlage genutzt werden kann, wird aufgrund der Art und der Eigenschaften des Abfalls festgelegt.

Generell gilt für alle Gewerbebetriebe die Gewerbeabfallverordnung. Hierzu finden Sie am Ende der Seite weitere Infos.

In § 5 der Abfallentsorgungssatzung des Kreises Viersen sind die Anlagen aufgeführt, die für im Kreisgebiet angefallene Abfälle zur Verfügung gestellt werden. Im Anhang enthält die o. g. Satzung außerdem die Zuordnung der einzelnen Abfallarten zu den entsprechenden Abfallentsorgungseinrichtungen.

  • Umladeanlage am Entsorgungsstandort Viersen
  • Elektro- und Elektronikaltgeräte-Sammelstelle am Entsorgungsstandort Viersen
  • Deponie Brüggen II (DK II, mineralische Abfälle)
  • Entsorgung von gefährlichen Abfällen

Umladeanlage am Entsorgungsstandort Viersen

Im Anhang der Abfallentsorgungssatzung sind die Abfallarten aufgelistet, die an der Umladeanlage am Entsorgungsstandort Viersen angeliefert werden können.

Elektro- und Elektronikaltgeräte-Sammelstelle am Entsorgungsstandort Viersen

Gewerbetreibende können Elektro- und Elektronikaltgeräte (Altgeräte), die von der Menge und Beschaffenheit mit Altgeräten aus privaten Haushalten vergleichbar sind, an der Sammelstelle für Altgeräte am Entsorgungsstandort Viersen abgeben (z.B. Kaffeemaschine, Mikrowelle). Dies gilt nicht für Geräte, die für eine typisch gewerbliche Nutzung hergestellt worden sind (z.B. Zahnarztstuhl). Diese Geräte sind in der Regel direkt über den Hersteller zurückzugeben (vgl. § 19 KrWG).

Wenn mehr als haushaltsübliche Mengen angeliefert werden sollen, muss der Termin zuvor mit der Sammelstelle abgestimmt werden (Tel.: 0 21 62 / 10 32 415).

Haushaltsübliche Mengen sind:

Einteilung der Altgeräte in  6 Sammelgruppen:
GruppeGerätebezeichnung
Gruppe 1Wärmeüberträger (z. B. Kühlschränke, Gefriertruhen, Klimageräte, Wärmepumpen)
Gruppe 2 aBildschirme, Monitore und-Geräte die Bildschirme mit einer Oberfläche von mehr als 100 cm³ enthalten (z. B. TV-Geräte, Bildschirme, Notebooks, Tablets)
Gruppe 2 bBildschirme, Monitore und Geräte mit Bildschirmen mit einer Oberfläche von mehr als 100 cm³, die nicht entnehmbare Batterien/Akkus enthalten
Gruppe 3Lampen: Leuchtmittel zur Erzeugung von Licht, z. B. Leuchtstoff-, Energiespar-, Gasentladungs- und LED-Lampen (aber keine Glühbirnen)
Gruppe 4 aGroßgeräte = Geräte, bei denen mindestens eine der äußeren Abmessungen mehr als 50 cm beträgt
Gruppe 4 bGroßgeräte = Geräte, bei denen mindestens eine der äußeren Abmessungen mehr als 50 cm beträgt, die nicht entnehmbare Batterien/Akkus enthalten
Gruppe 4 cNachtspeicherheizgeräte (Anlieferbedingungen siehe Benutzerordnung)
Gruppe 5 aKleingeräte und kleine Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik
Gruppe 5 bKleingeräte und kleine Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik, die nicht entnehmbare Batterien/Akkus enthalten
Gruppe 6Photovoltaikmodule

Bei Elektrogeräten, die sich nicht den oben genannten Gruppen zuordnen lassen, gilt:

  • Geräte mit mindestens einer der äußeren Abmessungen größer als 50 cm:
    Zuordnung zur Gruppe 4 a oder b
  • Geräte mit allen äußeren Abmessungen kleiner oder gleich 50 cm:
    Zuordnung zur Gruppe 5 a oder b

Die Geräte müssen vom jeweiligen Anlieferer zerstörungsfrei in den richtigen Sammelcontainer für die entsprechende Gruppe unter Aufsicht des vor Ort tätigen Personals einsortiert werden.

Von der Sammelstelle aus werden die Elektro- und Elektronikaltgeräte der Verwertung zugeführt.

Sonderfall Photovoltaikmodule

Für Installationsbetriebe von Photovoltaikmodulen (PV-Modulen) ist die Entsorgung alter/defekter Module, die bei privaten Haushalten demontiert wurden, ebenso am Entsorgungsstandort Viersen möglich. Bitte melden Sie die Lieferung telefonisch im Voraus an: 0 21 62 / 10 32 415

Bei der Entsorgung von PV-Modulen aus gewerblicher Nutzung ist der Anlagenbesitzer für die Übernahme der Entsorgungskosten zuständig. In diesem Fall dürfen die Module nicht kostenlos an der Kleinanlieferstelle für private Haushalte abgegeben werden. Sie können in so einem Fall mit einem Entsorgungsunternehmen in Kontakt treten oder beim Hersteller anfragen. Viele Hersteller haben sich dem Rücknahmesystem PV Cycle angeschlossen, das die Rücknahme organisiert. Einige Hersteller bieten auch eigene Rücknahmemöglichkeiten an.

Deponie Brüggen II (DK II, mineralische Abfälle)

Auf der Deponie Brüggen II können anorganische (mineralische) Abfälle abgelagert werden, wenn sie die im Anhang 3 Tabelle 2 der Deponieverordnung formulierten Grenzwerte für die Deponieklasse II einhalten. Zudem müssen die Annahmekriterien der Deponie Brüggen II eingehalten sein.

Bevor Sie Abfälle an der Deponie Brüggen II anliefern, erkundigen Sie sich zu den Annahmekriterien: 0 21 62 / 376 - 22 35

Entsorgung von gefährlichen Abfällen

Grundsätzlich gilt für die Entsorgung aller gefährlichen Abfälle  aus Gewerbebetrieben sowie Abfällen, die der POP-Abfall-Überwachungsverordnung unterliegen, eine Nachweispflicht (§ 50 KrWG). Diese Nachweispflicht stellt sicher, dass der Entsorgungsweg für die Abfälle vor der Entsorgung geklärt ist und während des gesamten Transportweges nachvollzogen werden kann. Hierzu werden spezielle Nachweise benötigt. Zudem besteht für die Entsorgung gefährlicher Abfälle eine Registerpflicht  (§ 49 KrWG).

Der Entsorgungsnachweis (EN)

Der Entsorgungsnachweis ist im Vorfeld der Entsorgung auszufüllen. Auf ihm wird der Entsorgungsweg für den jeweiligen gefährlichen Abfall zwischen dem Abfallerzeuger, dem Abfallentsorger und der zuständigen Behörde abgestimmt. Die Vorgaben zum Entsorgungsnachweis sind in § 3 der NachwV geregelt. Jeder Abfallerzeuger benötigt für die Entsorgung eines nachweispflichtigen Abfalls eine Erzeugernummer, die bei der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde (Herr Diepers, 02162 / 39 -1198) zu beantragen ist.

Der Begleitschein

Der Begleitschein „begleitet“ den gefährlichen Abfall über seinen gesamten Entsorgungsweg. Auf ihm wird von jedem Akteur, der mit dem Abfall in Berührung kommt (Erzeuger, Beförderer, Entsorger), jede Übergabe entsprechend quittiert. Die Vorgaben zum Begleitschein regelt § 10 der NachwV.

Der Sammelentsorgungsnachweis (SN)

Nicht für jeden gefährlichen Abfall muss der Gewerbebetrieb einen eigenen Entsorgungsnachweis beantragen. Bei der Erfüllung gewisser Voraussetzungen können die Abfälle an einen Sammler übergeben werden, der die entsprechenden Nachweispflichten übernimmt. Dieser Abfallsammler muss einen gültigen Sammelentsorgungsnachweis für die ihm übergebene Abfallart vorweisen können. Dies ist unbedingt vor Übergabe zu prüfen. Die Voraussetzung zur möglichen Inanspruchnahme eines Einsammlers ist gegeben, wenn die bei einem einzigen Abfallerzeuger am Standort anfallende Abfallmenge 20 Tonnen je Abfallschlüssel und Jahr nicht übersteigt (§ 9 NachwV). Für gewisse Abfälle (z.B. Bleibatterien) sind auch größere Mengen zulässig (Anlage 2 NachwV).

Der Übernahmeschein

Bei Inanspruchnahme eines Sammelentsorgers muss von diesem der Übernahmeschein ausgestellt werden. Dieser dient als Beleg für den Abfallerzeuger über den Verbleib der gefährlichen Abfälle (§ 12 NachwV).

Die oben genannten Nachweise werden mit Ausnahme des Übernahmescheins ausschließlich elektronisch geführt. Statt händischer Unterschriften wird daher eine sogenannte qualifizierte elektronische Signatur verwendet. Dazu werden personalisierte elektronische Signaturkarten, Kartenlesegeräte und eine entsprechende Software benötigt.

Weiterführende Informationen:

Sonderfall „Kleinmengenregelung“ (§ 2 Abs. 2 NachwV)

Für die Entsorgung von Kleinmengen bis 2.000 kg gefährlicher Abfälle pro Jahr gilt keine Nachweispflicht. Dies bedeutet, dass kein eigener Entsorgungsnachweis beantragt werden muss, sondern die Abfälle direkt an der entsprechenden Entsorgungsanlage oder Sammelstelle abgegeben werden können. Die Pflichten zur Führung von Übernahmescheinen (§ 12 NachwV) bleiben davon jedoch unberührt. Dies bedeutet, dass auch bei der Abgabe von Kleinmengen ein Übernahmeschein eingefordert werden muss und entsprechend im Register abzulegen ist.

Schadstoffe aus Gewerbebetrieben, die nach Art und Menge mit Abfällen aus privaten Haushalten vergleichbar sind (z.B. Reinigungsmittel, Farbreste), können für Gewerbebetriebe aus den Kommunen Brüggen, Kempen, Nettetal, Niederkrüchten, Schwalmtal, Tönisvorst und Willich über die örtlichen Schadstoffannahmestellen entsorgt werden. Die Schadstoffmobile sind zur Ausstellung von Übernahmescheinen verpflichtet.

Schadstoffhaltige Abfälle in Kleinmengen, die nicht mit Abfällen aus privaten Haushalten vergleichbar sind und verwertet werden können, können über ein privates Entsorgungsunternehmen entsorgt werden. Lassen Sie sich von diesem einen Übernahmeschein ausstellen.

Für schadstoffhaltige Abfälle aus Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben, die kein privates Entsorgungsunternehmen verwerten kann, sieht die Abfallentsorgungssatzung  des Kreises Viersen bis zu einer Menge von 2.000 kg pro Erzeuger und Jahr eine Anlieferung an einem der in der Satzung angegebenen Sonderabfallzwischenlager vor:

  • Sonderabfallzwischenlager der Fa. Schönmackers Umweltdienste GmbH & Co. KG, Kofferer Straße 90 in 41812 Erkelenz
  • Sonderabfallzwischenlager der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN), Bergiusstraße 8 in 41540 Dormagen

Es gelten die Preise der jeweiligen Entsorgungsanlage.

Registerpflichten

Im Abfallregister sind alle Angaben abzulegen, die zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Abfallwirtschaft von Bedeutung sind. In § 24 der NachwV ist genau geregelt, was in welcher Form im Abfallregister abzulegen ist. Das Register muss gemäß § 49 des KrWG folgende Informationen über die entsorgten gefährlichen Abfälle beinhalten:

  • die Menge
  • die Art
  • den Ursprung
  • die Bestimmung
  • die Häufigkeit der Sammlung
  • die Beförderungsart
  • sowie die Art der Verwertung oder Beseitigung, einschließlich der Vorbereitung vor der Verwertung oder Beseitigung, soweit diese Angaben zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Abfallbewirtschaftung von Bedeutung sind.

Im Regelfall ist dieses Register genau wie das Nachweisverfahren elektronisch zu führen (§ 25 NachwV). In der Praxis ist in der entsprechenden Software für das Nachweisverfahren auch direkt das elektronische Register hinterlegt, das die notwendigen Angaben enthält.

Im Falle von Kleinmengen genügt es, die Übernahmescheine spätestens zehn Kalendertage nach Erhalt nach Abfallarten getrennt und in zeitlicher Reihenfolge geordnet abzuheften.

Weiterführende Hinweise zu den Registerpflichten erhalten Sie auch bei der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde (Herr Diepers, 02162 / 39 -1198).

Die im Register abgelegten Unterlagen müssen mindestens drei Jahre lang aufbewahrt werden.

Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung

Bereits seit dem 01.01.2019 gilt die novellierte Gewerbeabfallverordnung in vollem Umfang. Die Abfallberatung bietet Ihnen kostenfreie Hilfe bei allen Fragen zu den Inhalten und der Umsetzung an.

Außerdem bietet das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) umfangreiche Informationen an:

Im Rahmen der Gewerbeabfallverordnung bestehen für Sie umfangreiche Dokumentationspflichten. Das LANUV stellt zur Erfüllung der Dokumentationspflichten Vorlagen im Excel-Format zur Verfügung, die Sie auch über die oben angegebenen Links abrufen können.

Zudem haben verschiedene Organisationen und Verbände Leitfäden zu dem Thema herausgegeben, deren Grundlage die LAGA M 34 ist:

Auch der Abfallbetrieb hat einen eigenen Leitfaden für Gewerbetreibende im Kreis Viersen erstellt. Dieser ist im Downloadbereich abrufbar.

Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie die Abfallberatung jederzeit – bei Bedarf auch anonym – kontaktieren.

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