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Infos für Gewerbetreibende

Kreis Viersen geht den Mehrweg - gehen Sie mit!

Am 1. Januar 2023 wird das Angebot von Mehrweg-Lösungen für den Außer-Haus-Verkauf von Speisen und Getränken für viele Betriebe bundesweit zur Pflicht. Wer bereits jetzt auf Mehrweg umstellt, wird dabei vom Abfallbetrieb finanziell unterstützt.

Was wird gefördert?
  • Der Abfallbetrieb fördert die Teilnahme am Mehrweg-System RECUP.
  • Der Abfallbetrieb übernimmt die monatliche Systemgebühr für drei Monate bei Abschluss eines Vertrages über mindestens 12 Monate. 
  • Die maximale Fördersumme beträgt 93,00 € pro Betriebsstätte / Filiale.
  • Weitere Hinweise in den Förderrichtlinien
Wer wird gefördert?
  • Der Abfallbetrieb fördert jedes Unternehmen, welches im Kreis Viersen das Mehrwegsystem RECUP einführt (z.B. Bäckereien, Cafés, Kiosks, Imbisse, Restaurants, Lebensmitteleinzelhandel etc.).
  • Ein Betrieb kann die Förderung für maximal zwei Betriebsstätten / Filialen beantragen. 
  • Weitere Hinweise in den Förderrichtlinien
Was muss ich tun, um die Förderung zu bekommen?

Schritt 1: 
Formlose Registrierung unter abfallberatung@kreis-viersen.de oder 02162 39-1998 (Frau Jeep)

Schritt 2:
Bestätigung durch den Abfallbetrieb.

Schritt 3: 
Registrierung bei RECUP .

Bei Fragen zu Recup:

Gisa Roth    
gisa.roth@recup.de
Telefon: 0163 5243473

Schritt 4: 
Förderantrag beim Abfallbetrieb stellen:

  • Förderungen können ab dem 01.03.2022 bis zum 30.09.2022 beantragt werden.
  • Für die Förderung werden folgende Unterlagen benötigt:
    • Vollständig ausgefüllter und unterschriebener Förderantrag
    • Kopie der Vertragsunterlagen zwischen dem Antragsteller und der reCup GmbH
    • Kopie einer Quartalsabrechnung, aus der die monatlichen Systemgebühren erkennbar sind
  • Die Förderunterlagen müssen vollständig per E-Mail oder per Post an den Abfallbetrieb gesendet werden: 

    Abfallbetrieb des Kreises Viersen    
    -Abfallberatung-
    Rathausmarkt 3    
    41747 Viersen
    abfallberatung@kreis-viersen.de
  • Hinweise zum Datenschutz
  • Bei Fragen: abfallberatung@kreis-viersen.de oder 02162 39-1998

Schritt 5:
Prüfung des Förderungsantrags und Auszahlung des Förderbetrages durch den Abfallbetrieb. Weitere Informationen finden Sie in den Förderrichtlinien und den Hinweisen zum Datenschutz.

Was ist RECUP?

RECUP ist ein Mehrweg-Pfandsystem für den Verkauf von Getränken (Recup) und Speisen (Rebowl). Es ersetzt typische Einweg-Verpackungen wie z.B. Coffee-to-go-Becher oder Kunststoffschalen für den Verkauf von Speisen und Getränken „to go“. Mit der Teilnahme an dem Mehrwegpfandsystem RECUP kommen Sie der gesetzlichen Mehrwegangebotspflicht nach. Sie können sich das Geschirr von RECUP bei Interesse vor Ort in Ihrem Rathaus anschauen. Weitere Infos hierzu finden Sie weiter unten.

Weitere Infos zu RECUP auf der Webseite oder in diesem Faltblatt.

Ansprechpartnerin bei RECUP für den Kreis Viersen:
Gisa Roth    
gisa.roth@recup.de
Telefon: +49 163 5243473

Warum wird nur ein Anbieter gefördert?

Die Förderung der Abfallvermeidung ist eine der Kernaufgaben der kommunalen Abfallwirtschaft. Durch die Nutzung von Mehrweg-Pfandsystemen werden Einwegverpackungen für den Take-Away-Konsum eingespart. Dies führt auch zu geringeren Entsorgungskosten im öffentlichen Raum. Studien zeigen, dass Pfandsysteme besser angenommen werden, wenn eine flächendeckende Rücknahme möglich ist. Durch eine Empfehlung und Förderung eines Systems soll eine größtmögliche Verbreitung im Kreis Viersen unterstützt werden. Dies führt zu einer erhöhten Akzeptanz seitens der Bürgerinnen und Bürger und vereinfacht auch den Prozess für die teilnehmenden Betriebe.

Wie kam es zu der Entscheidung für RECUP?

Im Rahmen eines mehrstufigen Auswahlprozesses hat der Abfallbetrieb gemeinsam mit dem DEHOGA Nordrhein e.V. und der IHK Mittlerer Niederrhein eine Vorauswahl von drei Mehrweganbietern getroffen. Diese Anbieter haben ihr Mehrweg-System im Rahmen einer Online-Informationsveranstaltung Anfang Februar im Kreis Viersen präsentiert. Bei einer anschließenden Präsenz-Veranstaltung wurden die Mehrwegbehältnisse der drei Anbieter durch Teilnehmende aus Gastronomie, Hotellerie, Bäckerei, Fast-Food, Catering und Lebensmitteleinzelhandel auf Herz und Nieren geprüft. 19 Betriebe haben sich am Ende an der Abstimmung für das favorisierte Mehrwegsystem beteiligt. RECUP wurde von der überwiegenden Anzahl der Abstimmenden als das am besten geeignete Mehrweg-System empfunden.

Bei Fragen rund um den Mehrweg-Prozess im Kreis Viersen wenden Sie sich an Frau Jeep unter 02162 39-1998 oder abfallberatung@kreis-viersen.de.

Muss ich RECUP nutzen, oder kann ich auch ein anderes Mehrwegsystem verwenden?

Die Entscheidung, sich dem Mehrweg-System von RECUP anzuschließen, ist freiwillig. Natürlich können Sie sich auch für eine andere, nicht vom Abfallbetrieb geförderte Mehrweg-Lösung entscheiden. Die Abfallberatung kann Sie hierzu kostenfrei beraten. Vereinbaren Sie einfach einen Termin unter abfallberatung@kreis-viersen.de oder telefonisch bei Frau Jeep unter 02162 39-1998.

Förderunterlagen
Ausstellung von Mehrweg-Behältnissen

Sie können an folgenden Orten im Kreis Viersen Musterbehältnisse des o.g. Mehrweganbieters anschauen

Ausstellung von Mehrwegbehältnissen
Brüggen
Rathaus
Klosterstraße 38
41379 Brüggen 

Nach Anmeldung bei leon.roemer@brueggen.de oder 02163 5701-179 oder bei daniela.erkens@brueggen.de oder 02163 5701-159

Grefrath
Rathaus
Rathausplatz 3
47929 Grefrath

Nach Anmeldung bei laura.buerkert@grefrath.de oder 02158 4080-108

Kempen
Rathaus
Buttermarkt 1 / Eingang Bockengasse
Raum 23
47906 Kempen

Nach Anmeldung bei alexandra.arnhold@kempen.de oder 02152 917-4045

Nettetal
Rathaus
Doerkesplatz 11
41334 Nettetal

Nach Anmeldung unter sabine.monz@nettetal.de oder 02153 898-8006

Niederkrüchten
Rathaus
Laurentiusstraße 19
41372 Niederkrüchten

Nach Anmeldung unter svenja.sonnemans@niederkruechten.de oder 02163 980-170

Tönisvorst
Altes Rathaus
Hochstraße 20a
47918 Tönisvorst

Nach Anmeldung unter markus.hergett@toenisvorst.de oder
02151 999-107 oder 0163 8888112

Viersen
Kreishaus Viersen
Rathausmarkt 3
41747 Viersen

Nach Anmeldung bei abfallberatung@kreis-viersen.de oder 02162 39-1998

Rathaus Bahnhofstraße
Bahnhofstraße 23-29, Büro 001
41747 Viersen

Nach Anmeldung bei olesya.denius@viersen.de oder 02162 101-264

Willich
Hinzen-Haus
Kreuzstraße 12
47877 Willich

Nach Anmeldung bei marc-thorben.buehring@stadt-willich.de oder 02156 949-337 

 

Eine gemeinsame Kampagne von:

Mehrweg-Beratung

Die Abfallberatung des Kreises Viersen berät Betriebe bei der Umstellung auf Mehrweglösungen. Vereinbaren Sie direkt einen kostenfreien Termin! 

Mehrweg-Beratung vor Ort in Ihrer Stadt oder Gemeinde

Für alle anderen Ortschaften fragen Sie bitte bei der Abfallberatung des Kreises Viersen  nach (0 21 62 / 39 -19 98).

Weitere Ansprechpartnerinnen zum Thema Mehrweg im Kreis Viersen: 

DEHOGA Nordrhein e.V. 
Hammer Landstr. 45
41460 Neuss

Isabel Hausmann
Telefon: +49 2131 7518-191
Fax: +49 2131 8819-314 
E-Mail: hausmann@dehoga-nr.de
Internet: www.dehoga-nr.de

IHK Mittlerer Niederrhein
Friedrichstr. 40
41460 Neuss

Maren-Corinna Nasemann
Telefon: +49 2161 241-131
E-Mail: maren-corinna.nasemann@mnr.ihk.de
Internet: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de 

Mehrwegangebotspflicht

Ab dem 01.01.2023 gilt für Letztvertreiber von Einwegkunststofflebensmittelverpackungen und Einweggetränkebechern bundesweit eine Pflicht zum parallelen Angebot einer Mehrweg-Verpackungsalternative. Dies betrifft vor allem den gastronomischen Bereich im Take-Away-Sektor, sowie Anbietende von Coffee to go wie z.B. Bäckereien, Cafés oder Tankstellen. Auch Frischetheken im Lebensmitteleinzelhandel sind betroffen. Die Mehrweg-Pflicht gilt auch für Lieferdienste. 

Eine Ausnahme besteht für Betriebe mit weniger als 80 Quadratmetern Verkaufsfläche und weniger als fünf Mitarbeitenden. Diese sind verpflichtet, Kundinnen und Kunden das Befüllen mitgebrachter Behältnisse zu ermöglichen. 
Für beide Maßnahmen gilt, dass der jeweilige Betrieb das Angebot für Kundinnen und Kunden deutlich sichtbar machen muss. Zudem darf das Mehrwegangebot nicht teurer sein als eine Ausgabe in Einweg. 

Mehrweglösungen

Für die Umsetzung der Mehrwegangebotspflicht gibt es verschiedene Möglichkeiten: 

Befüllung kundeneigener Behältnisse 

  • Die Kundinnen und Kunden bringen ihre eigenen Gefäße mit.
  • Diese werden im Gastronomiebetrieb unter Beachtung der Hygienevorschriften befüllt.
  • Die Kundinnen und Kunden sind für die Reinigung der Gefäße zuständig.
  • Der Betrieb kann die Befüllung eines augenscheinlich nicht hygienisch einwandfreien Gefäßes jederzeit ablehnen. 
  • Für den Betrieb entstehen keine direkten Kosten.

Insel-Mehrwegsystem

  • Der Betrieb gibt eigene individuelle Mehrweggefäße (gegen Pfand) aus und nimmt sie zurück.
  • Der Betrieb reinigt die Gefäße unter Beachtung der Hygienevorschriften.
  • Für den Betrieb fallen die Anschaffungskosten für die Behältnisse sowie zusätzlicher Reinigungsaufwand an.

Verbund-Mehrwegsystem

  • Mehrere Betriebe betreiben ein gemeinsames lokales pfandbasiertes Mehrwegsystem.
  • Jeder teilnehmende Betrieb nimmt Gefäße zurück und reinigt sie unter Beachtung der Hygienevorschriften oder es gibt eine zentrale Rückgabe-und Reinigungsstelle.
  • Für den einzelnen Betrieb fallen ggf. die Anschaffungskosten für die Behältnisse oder eine Teilnahmegebühr sowie zusätzlicher Spülaufwand an.

Mehrweg-Poolsystem

  • Das Mehrweggeschirr wird dem Betrieb von einem externen Dritten (Poolsystembetreiber) zur Verfügung gestellt.
  • Es wird über ein Pfandsystem oder App-basiert ausgegeben.
  • Jeder am Poolsystem teilnehmende Betrieb nimmt Gefäße zurück und reinigt sie unter Beachtung der Hygienevorschriften. Viele Anbieter sind bereits deutschlandweit aktiv. 
  • Zentrale Rücknahmesysteme über Automaten sind in der Entwicklungsphase.
  • Für den einzelnen Betrieb fallen i.d.R. eine monatliche Teilnahmegebühr oder eine nutzungsbezogene Gebühr pro ausgegebenem Gefäß sowie zusätzlicher Spülaufwand an.
     

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema:

Der Lebensmittelverband Deutschland  hat Leitlinien, Lehrvideos und Merkblätter zum problemlosen hygienischen Umgang mit Mehrwegbehältnissen herausgegeben.

Ein Vorgehen nach diesen Leitlinien ist auch durch die Lebensmittelüberwachung des Kreises Viersen akzeptiert. 

Weiterführende Links

Allgemeine Informationen zu gewerblichen Abfällen

Wenn Ihr Abfall von der kommunalen Müllabfuhr abgeholt wird, erhalten Sie alle Informationen im Abfallkalender  oder bei Ihrer Kommune.

Für verwertbare Abfälle können Sie eigenverantwortlich ein Entsorgungsunternehmen mit der Verwertung beauftragen und diesem die Abfälle überlassen. Es besteht allerdings für Sie die Verpflichtung, sich von der Zuverlässigkeit des Entsorgers und von der ordnungsgemäßen Entsorgung der Abfälle zu überzeugen.

Für Abfälle, die einer Beseitigung zugeführt werden müssen, weil für sie keine Verwertungsmöglichkeiten bestehen, gilt eine Überlassungspflicht an den Kreis Viersen, sofern sie nicht durch die Abfallentsorgungssatzung  ausgeschlossen wurden. Daher müssen Sie diese Abfälle zu einer in § 5 der Abfallentsorgungssatzung genannten Entsorgungsanlagen bringen.

Für gefährliche Abfälle können Sie die entsprechenden elektronischen Entsorgungsnachweise beim jeweiligen Betreiber der Entsorgungsanlage beantragen.

Für Abfälle zur Deponierung, zum Beispiel auf der Deponie Brüggen II, sind in einigen Fällen eine "grundlegende Charakterisierung" und eine Annahmeerklärung erforderlich.

Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung

Bereits seit dem 01.01.2019 gilt die novellierte Gewerbeabfallverordnung in vollem Umfang. Die Abfallberatung bietet Ihnen kostenfreie Hilfe bei allen Fragen zu den Inhalten und der Umsetzung an.

Außerdem bietet das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) umfangreiche Informationen an: 

Im Rahmen der Gewerbeabfallverordnung bestehen für Sie umfangreiche Dokumentationspflichten. Das LANUV stellt zur Erfüllung der Dokumentationspflichten Vorlagen im Excel-Format zur Verfügung, die Sie auch über die oben angegebenen Links abrufen können.

Zudem haben verschiedene Organisationen und Verbände Leitfäden zu dem Thema herausgegeben, deren Grundlage die LAGA M 34  ist: 

Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie die Abfallberatung jederzeit – bei Bedarf auch anonym – kontaktieren. 

Überlassungspflichtige Abfälle

Für Abfälle, die einer Beseitigung zugeführt werden müssen, besteht eine Überlassungspflicht an den Kreis Viersen. In § 5 der Abfallentsorgungssatzung  des Kreises Viersen sind die Anlagen aufgeführt, die für im Kreisgebiet angefallene überlassungspflichtige Abfälle zur Verfügung gestellt werden. Im Anhang  enthält die o. g. Satzung außerdem die Zuordnung der einzelnen Abfallarten zu den entsprechenden Abfallentsorgungseinrichtungen:

  • Umladeanlage  am Entsorgungsstandort Viersen-Süchteln
  • Elektro- und Elektronikaltgeräte-Sammelstelle  am Entsorgungsstandort Viersen-Süchteln
  • Deponie Brüggen II  (DK II, mineralische Abfälle)
  • Sonderabfallzwischenlager Dormagen und Erkelenz (siehe „Entsorgung von gefährlichen Abfällen“)
  • Kompostierungsanlage am Entsorgungsstandort Viersen-Süchteln (Kontakt: 02162 / 96 00 411)

Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten

Gewerbetreibende können Elektro- und Elektronikaltgeräte (Altgeräte), die von der Menge und Beschaffenheit mit Altgeräten aus privaten Haushalten vergleichbar sind, an der Sammelstelle für Altgeräte am Entsorgungsstandort Viersen-Süchteln abgeben (z.B. Kaffeemaschine, Mikrowelle, PC etc.). Dies gilt nicht für Geräte, die für eine typisch gewerbliche Nutzung hergestellt worden sind (z.B. Zahnarztstuhl). Diese Geräte sind in der Regel direkt über den Hersteller zurückzugeben (vgl. § 19 ElektroG ).

Händler, die Altgeräte von privaten Haushalten oder vergleichbare Geräte von Gewerbebetrieben im Kreis Viersen freiwillig zurücknehmen bzw. die Geräte zurücknehmen müssen, können die zurückgenommenen Geräte nach telefonischer Anmeldung an der Sammelstelle für Altgeräte am Entsorgungsstandort Viersen abgeben.

Sonderregelungen und Stichtage gelten z. B. für "historische Altgeräte" und ältere Photovoltaikmodule.

Installationsbetriebe von Photovoltaikmodulen

Für Installationsbetriebe von Photovoltaikmodulen (PV-Modulen) ist die Entsorgung alter / defekter Module, die bei privaten Haushalten demontiert wurden, ebenso nach telefonischer Anmeldung am Entsorgungsstandort Viersen-Süchteln  möglich. 

Bei der Entsorgung von PV-Modulen aus gewerblicher Nutzung ist der Anlagenbesitzer für die Übernahme der Entsorgungskosten zuständig und die Module dürfen nicht kostenlos am Entsorgungsstandort Viersen abgegeben werden. Sie können in so einem Fall mit einem Entsorgungsunternehmen in Kontakt treten oder beim Hersteller anfragen. Viele Hersteller haben sich dem Rücknahmesystem PV Cycle  angeschlossen, das die Rücknahme organisiert. Einige Hersteller bieten auch eigene Rücknahmemöglichkeiten an.

Entsorgung von gefährlichen Abfällen

Grundsätzlich gilt für die Entsorgung aller gefährlichen Abfälle aus Gewerbebetrieben sowie Abfällen, die der POP-Abfall-Überwachungsverordnung unterliegen, eine Nachweispflicht (§ 50 KrWG). Diese Nachweispflicht stellt sicher, dass der Entsorgungsweg für die Abfälle vor der Entsorgung geklärt ist und während des gesamten Transportweges nachvollzogen werden kann. Hierzu werden spezielle Nachweise benötigt. Zudem besteht für die Entsorgung gefährlicher Abfälle eine Registerpflicht (§ 49 KrWG). In diesem Register sind alle Angaben abzulegen, die zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Abfallwirtschaft von Bedeutung sind.

Der Entsorgungsnachweis (EN)

Der Entsorgungsnachweis ist im Vorfeld der Entsorgung auszufüllen. Auf ihm wird der Entsorgungsweg für den jeweiligen gefährlichen Abfall zwischen dem Abfallerzeuger, dem Abfallentsorger und der zuständigen Behörde abgestimmt. Die Vorgaben zum Entsorgungsnachweis sind in § 3 der NachwV geregelt. Jeder Abfallerzeuger benötigt für die Entsorgung eines nachweispflichtigen Abfalls eine Erzeugernummer, die bei der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde (Herr Diepers, 02162 39-1198, umweltschutz@kreis-viersen.de) zu beantragen ist.

Der Begleitschein

Der Begleitschein „begleitet“ den gefährlichen Abfall über seinen gesamten Entsorgungsweg. Auf ihm wird von jedem Akteur, der mit dem Abfall in Berührung kommt (Erzeuger, Beförderer, Entsorger), jede Übergabe entsprechend quittiert. Die Vorgaben zum Begleitschein regelt § 10 der NachwV.

Der Sammelentsorgungsnachweis (SN)

Nicht für jeden gefährlichen Abfall muss der Gewerbebetrieb einen eigenen Entsorgungsnachweis beantragen. Bei der Erfüllung gewisser Voraussetzungen können die Abfälle an einen Sammler übergeben werden, der die entsprechenden Nachweispflichten übernimmt. Dieser Abfallsammler muss einen gültigen Sammelentsorgungsnachweis für die ihm übergebene Abfallart vorweisen können. Dies ist unbedingt vor Übergabe zu prüfen. Die Voraussetzung zur möglichen Inanspruchnahme eines Einsammlers ist gegeben, wenn die bei einem einzigen Abfallerzeuger am Standort anfallende Abfallmenge 20 Tonnen je Abfallschlüssel und Jahr nicht übersteigt (§ 9 NachwV ). Für gewisse Abfälle (z.B. Bleibatterien) ist diese Mengenregelung ausgesetzt (Anlage 2 NachwV).

Der Übernahmeschein

Bei Inanspruchnahme eines Sammelentsorgers muss von diesem der Übernahmeschein ausgestellt werden. Dieser dient als Beleg für den Abfallerzeuger über den Verbleib der gefährlichen Abfälle (§ 12 NachwV).

Die oben genannten Nachweise werden mit Ausnahme des Übernahmescheins ausschließlich elektronisch geführt. Statt händischer Unterschriften wird daher eine sogenannte qualifizierte elektronische Signatur verwendet. Dazu werden personalisierte elektronische Signaturkarten, Kartenlesegeräte und eine entsprechende Software benötigt.

Sonderfall „Kleinmengenregelung“ (§ 2 Abs. 2 NachwV)

Für die Entsorgung von Kleinmengen bis 2.000 kg gefährlicher Abfälle pro Jahr gilt keine Nachweispflicht. Dies bedeutet, dass kein eigener Entsorgungsnachweis beantragt werden muss, sondern die Abfälle direkt an der entsprechenden Entsorgungsanlage oder Sammelstelle abgegeben werden können. Die Pflichten zur Führung von Übernahmescheinen (§ 12 NachwV)  bleiben davon jedoch unberührt. Dies bedeutet, dass auch bei der Abgabe von Kleinmengen ein Übernahmeschein eingefordert werden muss und entsprechend im Register abzulegen ist.

Schadstoffe aus Gewerbebetrieben, die nach Art und Menge mit Abfällen aus privaten Haushalten vergleichbar sind (z.B. Reinigungsmittel, Farbreste), können für Gewerbebetriebe aus den Kommunen Brüggen, Kempen, Nettetal, Niederkrüchten, Schwalmtal, Tönisvorst und Willich über die örtlichen Schadstoffmobile entsorgt werden. Die Schadstoffmobile sind zur Ausstellung von Übernahmescheinen verpflichtet.

Schadstoffhaltige Abfälle in Kleinmengen, die nicht mit Abfällen aus privaten Haushalten vergleichbar sind und verwertet werden können, können über ein privates Entsorgungsunternehmen entsorgt werden. Lassen Sie sich von diesem einen Übernahmeschein ausstellen.

Für schadstoffhaltige Abfälle aus Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben, die kein privates Entsorgungsunternehmen verwerten kann, sieht die Abfallentsorgungssatzung  des Kreises Viersen bis zu einer Menge von 2.000 kg pro Erzeuger und Jahr eine Anlieferung an einem der folgenden Sonderabfallzwischenlager vor: 

  • Sonderabfallzwischenlager der Fa. Schönmackers Umweltdienste GmbH & Co. KG, Kofferer Straße 90 in 41812 Erkelenz
  • Sonderabfallzwischenlager der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN), Bergiusstraße 8 in 41540 Dormagen 

Es gelten die Preise der jeweiligen Entsorgungsanlage.

Registerpflichten

In § 24 der NachwV ist genau geregelt, was in welcher Form im Abfallregister abzulegen ist. Das Register muss gemäß § 49 des KrWG  folgende Informationen über die entsorgten gefährlichen Abfälle beinhalten: 

  • die Menge,
  • die Art,
  • den Ursprung, 
  • die Bestimmung, 
  • die Häufigkeit der Sammlung,
  • die Beförderungsart,
  • sowie die Art der Verwertung oder Beseitigung, einschließlich der Vorbereitung vor der Verwertung oder Beseitigung, soweit diese Angaben zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Abfallbewirtschaftung von Bedeutung sind.

Im Regelfall ist dieses Register genau wie das Nachweisverfahren elektronisch zu führen (§ 25 NachwV).  In der Praxis ist in der entsprechenden Software für das Nachweisverfahren auch direkt das elektronische Register hinterlegt, das die notwendigen Angaben enthält.

Im Falle von Kleinmengen genügt es, die Übernahmescheine spätestens zehn Kalendertage nach Erhalt nach Abfallarten getrennt und in zeitlicher Reihenfolge geordnet abzuheften.

Weiterführende Hinweise zu den Registerpflichten erhalten Sie auch bei der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde (Herr Diepers, 02162 / 39 -1198 ).

Die im Register abgelegten Unterlagen müssen mindestens drei Jahre lang aufbewahrt werden. 

Abfallvermeidung

Oft ist es gar nicht schwierig, sich dem Thema Abfallvermeidung von betrieblicher Seite zu nähern. Abfallvermeidende Maßnahmen führen zudem meist dazu, langfristig Kosten einzusparen. Kontaktieren Sie dazu gern die Abfallberatung!

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